Klein – aber gut vernetzt

Maren Bartelt aus Holdenstedt nimmt Stellung zum Leserbrief von Stefanie Reese, die im Rahmen der Diskussion um ein Ganztagsgrundschulangebot in der Stadt Uelzen angemerkt hatte, dass oftmals die Eltern, deren Kinder längere Schulwege – manchmal per Taxi – zurücklegen, bei entsprechenden Veranstaltungen Plakate mit dem Slogan „Kurze Beine, kurze Wege“ in die Höhe hielten (AZ, 23. Februar 2015).

Sehr geehrte Frau Reese,

ich bin die Mutter mit dem „Kurze Beine, kurze Wege“-Plakat. Ich wohne in Holdenstedt und dort geht mein Kind auch zur Schule. Die anderen Eltern mit Plakaten kommen auch alle aus Holdenstedt und ihre Kinder gehen dort zur Schule oder werden in den nächsten Jahren dort eingeschult. Wie können Sie also einfach behaupten, dass mein Kind in einem anderen Schulbezirk beschult würde?

Im Übrigen hat die Holdenstedter Grundschule bei derzeit 99 Schülern genau für einen bezirksfremden Schüler eine Ausnahmegenehmigung zum Besuch der Schule erteilt.

Der von Ihnen zitierte Bericht des Landesrechnungshofs (LRH) betrachtet vor allem kleine Schulen der Kategorie A, das heißt mit bis zu 49 Schülern. Schulen dieser Größe haben wir in der Stadt Uelzen überhaupt nicht. (Weitere Kategorien: B: 50-99, C: 100-149, D: 150-199, E: ab 200 Schüler.) Eine Schule der Kategorie B kostet laut Bericht pro Schüler pro Jahr insgesamt 4165 Euro, eine Schule der Kategorie E 3451 Euro. Von doppelten Kosten kann man also nicht sprechen.

Wieso werden Ihrer Ansicht nach die Schüler einer mehrzügigen Grundschule durch geringere Zahlungen benachteiligt? Wir drücken unseren Schülern doch kein Bargeld in die Hand. Sie erhalten eine Leistung, die für alle gleich ist: Bildung.

Ob die Ortsteile auch ohne Grundschule wachsen werden, ist reine Spekulation. Für mich kann ich sagen: Die Grundschule vor Ort war ausschlaggebend für einen Hauskauf.

Auch der LRH weist in seinem Bericht auf Vorteile kleiner Schulen hin: kurze Informationswege, individuellere Unterstützung von Schülern sowie Förderung und Erhalt vorhandener Dorfstrukturen. Einige der kleinen Schulen zeichnen sich außerdem durch differenzierte Netzwerke, einzigartige schulische Konzepte, qualitativ hochwertige Ganztagskonzepte und im Vergleich zu größeren Schulen innovativere Ideen aus, so der LRH. Das Alleinstellungsmerkmal „kleine Grundschule“ könne mittelfristig sogar eine Erhöhung der Schülerzahlen mit sich bringen.

Das alles beschreibt sehr gut die Vorteile der kleinen Schulen: nah an den Bedürfnissen der Schüler, gut vernetzt, gut organisiert, innovativ und mit hohen Qualitätsansprüchen. Das sind wir!

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