Keine stichhaltigen Argumente

Zum Artikel „Gemeinden setzen Zeichen“:

Erwartungsfroh bin ich zu der gemeinsamen Ratssitzung der Gemeinden Gerdau und Eimke gereist um eine offene,befruchtende und argumentative Veranstaltung von allen Beteiligten zur Zukunft unserer Heimat,der Samtgemeinde zu erleben.

Was ich dann im Gasthaus Wellmann erleben musste, hatte mit Demokratie nicht das geringste zu tun. Was die beiden Bürgermeister, Herr Schröder und Herr Amtsfeld, zu bieten hatten waren keine stichhaltigen Argumente, sondern nur Phrasen und Parolen, die lediglich den Sinn hatten persönliche Eitelkeiten geltend zu machen und die Bürgerrinnen und Bürger der Gemeinden einzuschüchtern. Wer nach den sachlich, stichhaltig vorgetragenen Argumenten und Abläufen des Samtgemeindebürgermeisters, diesen beschimpft und ihm Enteignung und Entmündigung unterstellt (übrigens schallendes Gelächter im Saal), wie Herr Amtsfeld, der muss wohl große Angst haben, dass sein Bügermeisterentgelt in absehbarer Zeit nicht mehr auf dem Konto eingeht.

Anschließend kamen dann einzelne Ratsmitglieder zu Wort, auch die blieben aus meiner Sicht jeden Nachweis von Kompetenz schuldig, sondern vermittelten vielmehr den Eindruck, von ihren Bürgermeistern eingenordet worden zu sein. Zum einen die Ratsherrin Henschke (Gerdau),die als „eine Art Firmensprecherin“ auftrat und nachdem sie die Jahreskosten der kleinsten Verwaltung im Kreis Uelzen verlaß, diese Zahl runterrechnete auf monatliche und wöchentliche Kosten.

Alle Achtung, dachte ich. Eine Volksvertreterin, die einen Taschenrechner bedienen kann! Als nächstes sprach dann der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Gerdau, Herr Maygar in die Runde,der vollmundig sich als Pädagoge vorstellte und es dann fertig brachte, mit seinem kurzen wertlosen Gerede den Samtgemeindebürgermeister mehrfach mit dem Vornamen Wilhelm anzusprechen, obwohl dieser bekanntlich Friedhelm heißt. Auch die Ratsherrin Frau Contermann (Gerdau), eine zarte,schüchtern wirkende Frau, der die Abläufe sichtlich unangenehm waren setzte die ca. 100 Zuhörer in Kenntnis, dass sie nicht über einen Internetanschuss verfügt und das doch wohl das Ende der Kommunikation wäre.

Thema völlig verfehlt, Frau Contermann!

Und zu guter letzt meldete sich mehrfach Herr Kleuker (Gemeinde Gerdau) zu Wort, der intern als „der Kronprinz“ des amtierenden Bürgermeisters Schröder gehandelt wird. Dieser verlaß dann Zeilen, wie böse doch der Samtgemeindebürgermeister und die Verwaltung in Suderburg seien und kein Vertrauen mehr bestehe. Auch das wirkte wie vom „Chef“ aufdiktiert.

Nach den Wortmeldungen wurde von Herrn Schröder die Sitzung unterbrochen, um Wortmeldungen der Zuhörer zuzulassen. Der Bürgermeister setzte nun das nächste demokratische Zeichen, in dem er 15 Minuten Redezeit festsetzte und nur Wortmeldungen von Bürgern der Gemeinden Gerdau und Eimke zuließ. Suderburger Bürger, die genauso zu der Gesamtthematik gehören, hatten kein Rederecht und wurden von den Herren Schröder und Amtsfeld als „vorbestraft“ behandelt.

Insgesamt hatte man den Eindruck, dass die beiden Bürgermeister zum einen nicht in der Lage sind, Konflikte auf Augenhöhe mit allen beteiligten Personen zu lösen, vielmehr von puren persönlichen Interressen und Emotionen getreiben schienen.

Was passiert, wenn man die eigenen Wähler und Bürger der Region nicht mit einbezieht und ignoriert,hat Stuttgart 21 deutlich und auch Folgen der Laufzeitverlängerung der Bundesregierung für die Atomkraftwerke, Gorleben lässt grüßen!

In jedem Fall werden sich die Bürgerinnen und Bürger bei der kommenden Kommunalwahl zweimal überlegen,ob sie sich derartige „Volksvertreter“ wieder ins Haus holen.

Der ehemalige Stattschef der DDR,Erich Honecker hätte diese beiden Bürgermeister mit ihrem Verständnis für Demokratie,vermutlich mit Kuss hand genommen.

Carsten Kadach

Suderburg

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