Keine eigene Militärwelt

Leserbrief zum Artikel „Bundeswehr ,im Trend der Zeit‘ “, AZ vom 15. Januar:.

Ich möchte die Worte von Herrn Oberstleutnant Küppers in diesem Artikel besonders hervorheben: „Die Bundeswehr soll – gerade nach Aufhebung der Wehrpflicht – in der Gesellschaft verankert bleiben und sich nicht abschotten“. Aber gerade diese Abschottung fordert die Verteidigungsministerin v. d. Leyen mit dem Vorschlag, eine bessere Familieverträglichkeit im Bundeswehrdienst zu schaffen. Dies will sie durch Freizeitregelungen, bessere Kinderbetreuung und durch weniger Versetzungen erreichen. Brennende Themen der Soldaten, die derzeit jede Menge Ärger und Frust bringen, werden nicht angesprochen. Da ist zum Beispiel der ständige Ärger über die schleppende Erstattung der Beihilfe oder über die viel zu langen Wartezeiten bei der Bearbeitung dieser Beihilfen.

Kinderbetreuung in bundeswehreigenen Kinderhorten ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe der Streitkräfte, sondern sollte die Aufgabe der Kommunen der einzelnen Standorte sein, denn die Bundeswehr sollte in der Gesellschaft verankert bleiben und sich nicht abschotten. Hier könnte das Verteidigungsministerium die Kommunen der jeweiligen Standorte finanziell unterstützen und ganztags die Kinderbetreuung der Soldaten sicher stellen.

Wenn man die Gedanken des Verteidigungsministerium weiter spinnt, könnte man sich vorstellen, dass man Kinderbetreuung an allen Standorten der Streitkräfte auf der Welt einbringen müsste.

Auch ein Luxusliner am Horn von Afrika als ständige Betreuungseinrichtung für die dort stationierten Angehörigen der Streitkräfte könnte man sich vorstellen!?

Ich glaube, dass die Vorschläge des Verteidigungsministeriums der Bevölkerung zeigen soll, dass die Wahl der Ministerin der Verteidigung richtig war.

Dass diese Vorschläge nicht umgesetzt werden können, dafür sorgt schon der knappe Haushalt der Bundesregierung

Carl-Adolf Barényi,

Major a.D.,

Bad Bevensen

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