Keine Angst vor Fremden!

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reißt nicht ab – die Meinungen der AZ-Leser dazu sind vielfältig. Foto: dpa

Zur Kolumne „DDR-Bürger als Flüchtlinge“ von Ulrike Meineke (AZ vom 19. September) schreibt Michael Löchelt aus Stoetze:.

Der Beitrag strotzt vor unnötigen Provokationen zum derzeit brennend aktuellen Thema des Zustroms der Asylsuchenden. Und das von einer Redaktionsleiterin einer Zeitung, und selbst aus der DDR kommend. Wie kann man nur die ehemaligen DDR-Bürger, die ja genauso Deutsche sind wie die Menschen der alten Bundesrepublik, mit den verzweifelten Menschen vergleichen, die gerade zu Tausenden nach Europa strömen.

Im Übrigen sind die wegen der Massenzuwanderung verunsicherten Bürger nicht nur im Ostteil unseres Landes zu suchen. Das sollte Frau Meineke mal zur Kenntnis nehmen. Ich frage mich auch, ob Frau Meineke überhaupt genug Lebenserfahrungen in der DDR hatte machen können, um solche Beurteilungen abzugeben. Ihre Mitgliedschaft im Neuen Forum hat sie auch nicht dazu qualifiziert, denn dieses Gremium träumte eher von einer gewandelten DDR als von der Wiedervereinigung.

Frau Meineke, Sie gießen mit Ihrem unqualifizierten Beitrag Öl in das Feuer der unsagbar tragischen, menschlichen Katastrophe, die sich zur Zeit durch die Zuwanderung der verzweifelten Menschen abspielt.

Zum selben Beitrag äußert sich Manfred Eppe, ehemals Westerweyhe und heute in Brasilien lebend:

Ich lebe seit 13 Jahren in Süd-Brasilien, bin in Ost-Westfalen geboren, habe aber seit 1963 in Uelzen-Westerweyhe gelebt und lese im Internet täglich die AZ.

Der Artikel von Frau Meineke gefällt mir gerade deshalb so gut, weil ich hier in meiner neuen Heimat erlebe, wie gut Menschen aller möglichen Hautfarben und aller verschiedenen Kulturen miteinander auskommen können. Europa, im besonderen Westeuropa, ist schon seit Jahrtausenden ein besonderer Anziehungspunkt für Menschen aus Asien und Nordafrika, weil die natürlichen Gegebenheiten ein besseres Leben versprechen. Schon immer wanderten Menschen in fremde Gegenden, weil sie hofften, in der Fremde besser leben zu können.

Die Länder der EU sind heute in Wirklichkeit schon lange mit Menschen bevölkert, deren Wurzeln überall waren. Es freut mich sehr, dass ganz viele Menschen in Deutschland dieser neuen Lawine von Immigranten so hilfsbereit entgegen kommen. Ich habe das dringende Bedürfnis, eine Angst vor den Fremden zu nehmen.

Erinnern kann ich mich noch sehr genau an die vielen Ausgebombten und Flüchtlinge aus den Ostgebieten gegen Kriegsende und die Vielen, die bis 1961 aus der DDR kamen. Alle wurden von den Einheimischen sehr skeptisch beobachtet. Alle haben sehr dazu beigetragen, dass Deutschland das so genannte Wirtschaftswunder vollbringen konnte.

Ich kann von hier aus die Europäer nur bitten hilfsbereit und freundlich mit diesen neuen Flüchtlingen umzugehen, damit sie es leichter haben, auch mal Europäer zu sein. Die Menschen hier waren mir gegenüber jedenfalls so.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare