Kein Verdienst der Unis

Leuphana-Präsident Sascha Spoun schmückt sich mit fremden Federn, meint AZ-Leser Klaus Wedekind.
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Leuphana-Präsident Sascha Spoun schmückt sich mit fremden Federn, meint AZ-Leser Klaus Wedekind.

Zum Beitrag „Ohne Abitur in den Hörsaal – Lüneburger Leuphana-Universität liegt bei Hochschulstudie vorn“ (AZ vom 12. Mai) schreibt Klaus Wedekind aus Bargdorf.

Der Artikel bedarf einiger Korrekturen. Die dem Artikel zugrunde liegende Studie des gemeinnützigen Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) Osnabrück untersucht, welchen Anteil Studierende ohne Abitur inden letzten Jahren an der Gesamtstudierendenzahl ausmachen. Ergänzend dazu werden die Rechtsvorschriften der einzelnen Bundesländer für diesen Hochschulzugang dargestellt. Es gibt in dieser Studie keinerlei Aussagen darüber, wie dieser Personenkreis interessiert und informiert wird.

Diese Aufgabe nehmen die öffentlichen Einrichtungen der Weiterbildung, in Niedersachsen insbesondere die Volkshochschulen und die Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben der Gewerkschaften wahr. Darüber hinaus werden in diesen Einrichtungen im Rahmen ihres vom Land besonders geförderten Angebotes zweiter Bildungsweg intensive, längerfristige meist berufsbegleitende Kurse zur Vorbereitung auf die von den Hochschulen durchgeführten Eingangsprüfungen angeboten. Ohne diese Vorbereitungskurse wäre der Anteil der ohne Abitur-Studierenden statistisch kaum erfassbar.

Es ist also primär das Verdienst dieser Bildungseinrichtungen, wenn der Anteil dieser Studierenden steigt und nicht, wie der Herr Präsident Leuphana-Universität glauben zumachen versucht, die studienorganisatorischen Veränderungen der Universität.

In Lüneburg werden seit mehr als 40 Jahren solche Vorbereitungen von der Volkshochschule und „Arbeit und Leben“ durchgeführt, verbunden mit einer intensiven persönlichen Beratung. Leider fehlen fundierte Untersuchungen über den Erfolg dieser Arbeit. Ob die Hochschule diesen Personenkreis während des Studiums wahrnimmt oder gar fördert, ist bisher nicht erkennbar.

Hier sind fundierte wissenschaftliche Untersuchungen, die Motivation, Vorbereitung und Studium dieses Personenkreises zum Thema haben, dringend nötig. Darüber hinaus würde eine weitergehende Zusammenarbeit aller Einrichtungen auf Augenhöhe sicherlich neue Möglichkeiten und Perspektiven für alle Interessierten eröffnen.

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