Das war kein Varieté

Ich gehe davon aus, dass Herr Safier in seinem Leserbrief vom 14./15. Januar nicht die Varietè-Veranstaltung im November in der Jabelmannhalle meinte, wie es sicher irrtümlich in der AZ stand, sondern die Varietévorführung Silvester im Theater an der Ilmenau.

Herrn Safier gebe ich in allen Punkten Recht. Zusätzlich möchte ich aber noch anmerken, dass ich nicht weiß, wo die Schreiberin Frau Barbara Kaiser Silvester gewesen ist. Es scheint mir jedoch, nicht im Theater, denn dann wäre ihre Kritik sicher nicht so euphorisch ausgefallen. Wirklich kindisch waren die Fingerschattenspiele, wobei man da zum Teil gar nicht erkennen konnte, um was es sich bei den einzelnen Figuren eigentlich handelte, wenn der Moderator nicht versucht hätte, einige Tierlaute nachzuahmen, wie etwa wie ein Hirsch zu röhren. Was allerdings auch mißlang. Dann wurden Luftballons aufgeblasen und Tiere geformt. Aber leider konnte der Künstler nur eine einzige Figur, nämlich den allseits bekannten langen Dackel. Den zauberte er dann gleich sechs bis acht Mal. Warum eine Tänzerin mit Servierschürzchen und -häubchen und ihr Partner je mit einem mit silbernen Aufklebern dekoriertem Staubsauger über die Bühne „tanzten“, bleibt mir bis heute ein unlösbares Rätsel. Zu allem Überfluss riss auch noch der Staubsaugerschlauch der Tänzerin mitten im Tanz ab und wurde dann einfach am Kabel hinterhergezogen. Der Jongleur ließ übrigens drei Mal die Bälle fallen. Dem Radkünstler, dessen Leistung eigentlich nicht zu beanstanden war, fiel jedoch sein Einrad aus der Hand und purzelte nicht nur über die Bühne, sondern schlug wohl auch gegen sein Knie. Dieses blutete daraufhin so stark, dass das Blut während seiner ganzen Vorführung an seinem Bein herunterlief. Er versuchte es ständig abzuwischen, es gelang ihm aber nicht. Das Blut verteilte sich auf seinen Armen, am Bein und am Boden. Wir sahen das aus nächster Nähe (Reihe 4). Anschließend hatte die Seiltänzerin die lobenswerte Aufgabe, den Bühnenboden vor der nächsten Vorführung wieder sauber zu wischen. Den Namen Varieté-Spektakel hatte dieser Abend im Ilmenautheater bei weitem nicht verdient!

Ingrid Naber,

Uelzen

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