Kein Raum für Trauernde

Gedanken zu einer fehlenden Trauermöglichkeit:

Ungern beschäftigen wir uns mit dem Tod. Ungern werden wir erinnert ans Sterben, an unsere Vergänglichkeit.

Verlieren Menschen ihre Nächsten, fühlen sie sich nicht selten allein gelassen mit ihrer Traurigkeit. Oft wird ihnen gar der Raum für ihre Trauer genommen.

So kam es zu unfassbarer Unmenschlichkeit, als jüngst eine Familie ihren Sohn und Bruder durch einen tödlichen Verkehrsunfall verlor.

Die Familie und Freunde des Verstorbenen mussten erleben, dass von ihnen aufgestellte Kerzen entfernt und vernichtet wurden, Foto und Briefe am Unfallbaum wurden nicht toleriert. Selbst dem Aufstellen eines Kranzes wurden Steine in den Weg gelegt. „Nun ist ja auch bald mal genug mit Trauern“ bekam die Familie -nicht nur einmal- zu hören.

Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, jedem Menschen, der seinen Nächsten verloren hat, mit Respekt und Menschlichkeit zu begegnen und mit Verständnis für seine Trauer.

Jeder Trauernde hat seinen Weg, niemand anderes kann festlegen in welcher Form getrauert wird oder wie lang die Trauer andauert.

Anja Meyer,

Rosche

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