AZ-Leserbrief

„Kampfansage gegen Bio“

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AZ-Leser Johann Müller äußert sich zum Thema chemischer und alternativer Pflanzenschutz. 

Die Redaktion erreichte ein Leserbrief zum Artikel „Von Beikräutern und Schaderregern“, AZ vom 1. Juni:

In dem Text wird sehr schön für die Notwendigkeit von chemischem Pflanzenschutz Werbung gemacht, indem Deutschlands Beitrag zur „weltweiten“ Ernährungssicherheit ohne eben diesen als bedroht dargestellt wird. Dazu eine Bemerkung am Rande: Die Menschen, die schon jetzt und in Zukunft noch mehr, wirklich unter der Nahrungsknappheit leiden, werden leider nie in den Genuss von in Deutschland produzierten Zuckerrüben oder sonst etwas gelangen.

Die Beweisführung für die Notwendigkeit chemischen Pflanzenschutzes von Markus Kaiser, die in diesem Artikel als einzige Bezugsquelle verwendet wird, hinkt gewaltig. Denn, eine bis dato konventionell geführte Fläche zu bepflanzen und dann sich selbst zu überlassen, hat nichts mit alternativem Pflanzenschutz zu tun. Den gesamten Artikel über steht die Kampfansage gegenüber der biologischen Landwirtschaft wie ein Elefant im Raum, ohne genannt zu werden.

Aber auch Landwirte, die biologisch arbeiten, pflegen und kultivieren ihren Anbau. Dazu gehört statt den Boden auszubeuten, die Pflege einer lebendigen Humusschicht und die Verwendung gesunder und für die örtlichen Verhältnisse widerstandsfähig gezüchteter Saat, sowie der Schutz der vorhandenen Tier- und Insektenwelt. Dann hätten die Läuse, die den Zuckerrüben so zusetzen, nämlich Fressfeinde und würden keinen so großen Schaden anrichten.

Wie Schade, dass bei einem vermeintlich fachlichen Austausch zum Thema Pflanzenschutz, nur Fachleute für den chemischen Pflanzenschutz vor Ort waren. Und wie Schade, dass darüber so einseitig und kritiklos berichtet wird. Gerade wo doch mit den politischen Vertretern wirklich auch landwirtschaftliche Fachleute dabei waren.

Johann Müller, Hohenzethen

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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