Journalistische Vorzensur

Flüchtlingszustrom in Deutschland: Über einseitige und selektive Berichterstattung macht sich Rainer Pehl Gedanken. Foto: dpa

Zur Kolumne „Die stillen Helden“ von AZ-Chefredakteur Thomas Mitzlaff (AZ v. 29. August) schreibt Rainer Pehlke aus Süttorf:.

Thomas Mitzlaff teilt in seinem Kommentar mit, dass die Redaktion der AZ entschieden habe, einen Brief der Bodenteicher CDU an den Landkreis Uelzen nicht zu veröffentlichen. In diesem Brief ging es um die Betreuung von Flüchtlingskindern in den Kitas, die nicht auf Kosten einheimischer Kinder gehen dürfe. Dieser Brief sei eine „Entgleisung“ und es sei die „besondere Verantwortung“ von Journalisten solchen „beschämenden Auswüchsen“ keinen Raum zu geben.

Die AZ erklärt also tatsächlich eine selektive Berichterstattung zum Gebot der journalistischen Sorgfaltspflicht– anstatt ihrem Informationsauftrag nachzukommen und es ihren Lesern zu überlassen, ob sie die Einlassungen der Bodenteicher CDU als Entgleisung bewerten.

Herr Mitzlaff spricht davon, dass der Füchtlingsstrom „unsere Gesellschaft verändern“ wird. Nach meiner Ansicht sollte er mit seinen Kollegen dringend darüber diskutieren, in welchem Maße sich unsere Gesellschaft und die Rolle der Presse in ihr bereits verändert hat: Wenn Journalisten glauben, sie müssten alles, was nicht andachtvolle Huldigung des Phänomenes Massenzuwanderung ist, einer innerredaktionellen Vorzensur unterwerfen; wenn die Frage, ob die einheimische Bevölkerung (z.B. die Wähler der CDU in Bodenteich) eine durch Migration veränderte Gesellschaft überhaupt wünscht, in der Presse überhaupt keine Rolle spielt; wenn Journalisten die Tatsache, dass der gegenwärtige Flüchtlingszustrom gegen das Grundgesetz und europäische Verträge verstößt, nicht einmal mehr der Erwähnung Wert finden – dann hat Presse in ihrer Rolle als Forum der Meinungsbildung und Korrektiv gegen Parteien- und Regierungsmacht in unserem Staat endgültig ausgedient.

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