Jede Initiative gebremst

Lange Wissensnacht an der KGS Bad Bevensen: An den Raumproblemen der Schule habe die Politik Schuld, meint die ehemalige Lehrerin Erika Zabel-Keglovits.
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Lange Wissensnacht an der KGS Bad Bevensen: An den Raumproblemen der Schule habe die Politik Schuld, meint die ehemalige Lehrerin Erika Zabel-Keglovits.

Mit dem Beitrag „Schulwege von 160 Minuten“ (AZ v. 22. September) beschäftigen sich mehrere AZ-Leser. So schreibt Erika Zabel-Keglovits aus Bad Bevensen:

Ich möchte Herrn Scholing zustimmen der meint, „dass weitere attraktive Schulangebote“ im Landkreis Uelzen längst überfällig sind. Als ehemalige Lehrerin der KGS, die von Beginn an der Entwicklung dieser Schule mitarbeitete, möchte ich darauf hinweisen, dass die Schule von den Lehrern, hier Herr Engellien als Leiter der ehemaligen Realschule in Bevensen mit seinen Mitstreitern, angeschoben wurde, um auch im ländlichen Bereich ein Bildungsangebot zu schaffen und dies für die Samtgemeinde Bevensen und die Einheitsgemeinde Bienenbüttel.

Von der Mehrheitsfraktion im Kreistag war anstelle von Unterstützung nur Widerstand zu erfahren; obwohl überall in Niedersachsen in den ländlichen Gebieten neue Schulgründungen erfolgten, haben die Kreisvertreter und auch die Vertreter der Stadt Uelzen jede Initiative zu einer Neugestaltung der Schullandschaft gebremst. Anstelle zu handeln, rang man sich letztendlich nach dem Druck der Elternschaft aus dem Kreisgebiet zur Aussage „Wir haben schon eine Gesamtschule“ durch und schuf damit die heutige Situation von langen Schulwegen und Raumnot.

Die Feststellung von Herrn Liestmann mit der Neunzügigkeit ist nicht neu und auch die Vorschläge von Losverfahren. Doch ändert dies etwas an der fehlenden Schulentwicklung im Uelzener Kreistag? Schüler in ländlichen Gebieten haben ein Recht auf Bildung, und es ist traurig, dass sie so weite Schulwege jeden Tag zurücklegen müssen und vor Ort Raummangel herrscht. Meine Forderung: Die Bildung der Kinder hat Vorrang vor ideologischer Borniertheit.

Dagmar Kallien aus Gerdau schreibt:

Die KGS ist zurzeit die beliebteste Schulform in Uelzen. Das belegen die Schülerzahlen. Frau Kaiser sieht das in den klar definierten Schulzweigen begründet. Das möchte ich bezweifeln, zumal andere Schulformen ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig bewiesen haben. Gäbe es im Kreis Uelzen eine integrierte Gesamtschule (IGS), sähe das Wahlverhalten vieler Schüler anders aus. In Göttingen ist eine KGS zu einer IGS geworden, weil Eltern und Schüler dieses System bevorzugen. Lüneburg bietet den Besuch einer IGS an. Uelzen denkt nicht einmal darüber nach. Soviel zu einem zeitgemäßen Schulangebot.

Karl Jongeling aus Uelzen meint:

Es müsse Gründe haben, warum die Bevenser Schule so oft gewählt werde, meinte Heiner Scholing (Grüne). Herr Scholing wird erstaunt sein, wenn man seine eigene Partei für den jetzigen Zustand verantwortlich macht. Die Grünen waren es doch, die alles daran gesetzt haben, unsere so guten Förderschulen abzuschaffen. Ihre „Inklusionsfanatiker“ wollten ums Verrecken die Inklusion, den gemeinsamen Unterricht von lernschwachen und hochbegabten Schülern in einem Klassenraum.

Das Gebäude unserer früheren Pestalozzischule steht nun ungenutzt auf dem Königsberg. Dafür mutet man zehnjährigen Kindern mehr als 160 Minuten im Schulbus zu. In Nordrhein-Westfalen hat man inzwischen erkannt, welcher Unsinn die totale Inklusion ist und sorgt für ein echtes Miteinander von Förderschulen und sog. Regelschulen. Sie sollten es machen wie in NRW. Dann wäre auch das Problem „Zu große KGS“ schnell vom Tisch.

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