AZ-Leserbrief

„Investoren abgeschreckt“

Den positiven Effekt von kostenfreien Tagesstellplätzen für Wohnmobile auf dem Hammersteinparkplatz bezweifelt AZ-Leser Karsten Kröger aus Holxen.
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Den positiven Effekt von kostenfreien Tagesstellplätzen für Wohnmobile auf dem Hammersteinparkplatz bezweifelt AZ-Leser Karsten Kröger aus Holxen.

Zu den AZ-Artikeln „Wohnmobil-Plätze in zentraler Lage“ vom 26. Juni und „Neue Tabus für Innenstadt“ vom 3. Juli erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Quo Vadis Uelzen? Es ist schon traurig zu sehen, wohin sich die Stadt Uelzen mit ihren politischen Entscheidern hinbewegen möchte, und wie ohnmächtig sie sind, wenn es um die Zukunftsfähigkeit der Stadt Uelzen geht.

Da stellt sich zum einen die Leiterin der Stadt- und Tourismusinformation hin und meint doch allen Ernstes, dass die Wegnahme von (PKW-)Parkplätzen und die damit verbundene Schaffung von vier kostenfreien Tagesstellplätzen für Wohnmobile einen positiven Effekt für die Innenstadt haben wird. Bitte was?

Zunächst sollten die Stadtverantwortlichen mal zusehen, dass die Einheimischen wieder Lust bekommen, sich für ihre (Hanse-)Stadt Uelzen zu interessieren und sich ohne Zeitdruck dort aufzuhalten zu können. Und dabei möchte ich nicht nur anmerken, dass die erfolgsabhängigen Strafzettelaufschreiber(innen) die Überwachung des Parkraumes extrem eng auslegen. Und wer mal in der Corana-Zeit Pech hatte, dass die Besorgung bzw. der Arztbesuch zehn Minuten länger dauerten, der weiß, was ich meine. 20 Euro sind eine Menge Geld. Die Stadt Uelzen ist eine reine Bedarfsstadt geworden, die längst ihre Attraktivität verloren hat. Das ist natürlich hausgemacht!

Standortanfragen wie von Karstadt, Saturn, H&M usw. wurden von den Verantwortlichen über Jahre torpediert, Investoren werden abgeschreckt oder mit unsinnigen Einschränkungen wie bei der Kaufhalle (keine Balkone an der Lüneburger Straße) belegt. Die Innenstadtdurchfahrt mit den Blumenkübeln auf der Straße ist eine Zumutung, und der Weihnachtsmarkt eine Farce. Die Liste lässt sich beliebig fortführen, und nun sollen neue Vorgaben dafür sorgen, um das innerstädtische baukulturelle Erbe zu bewahren? Ich appelliere an die politischen Verantwortlichen, sich nicht nur an die Vergangenheit zu klammern, sondern auch die Stadt für die Zukunft fit zu machen. Projekte wie der Hundertwasserbahnhof haben die Stadt Uelzen zumindest vorübergehend aufgewertet und das, obwohl es baukulturell nicht zu Uelzens Erbe gehört. Vielleicht ist es wieder Zeit, sich daran zu erinnern!

Karsten Kröger, Holxen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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