Inklusion nicht verstanden?

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In Bad Bevensen tut sich was in Sachen Inklusion, sagen Gerda und Gerd-Ullrich Krug: So seien zum Beispiel Bordsteinkanten abgesenkt worden.

Auf den Leserbrief „Eine verschlafene Chance?“ von Michael Buntenbach, der sich auf die Inklusionsbewegung in Bad Bevensen bezieht (AZ, 12. Januar), reagieren Gerda und Gerd-Ullrich Krug aus Barum:

Die AG „Mobilität und Bauliches“ hat in den letzten Jahren einige Begehungen in der Stadt Bad Bevensen unternommen, um die kritischen Punkte für Menschen mit Handicap im öffentlichen Verkehrswegeraum zu sondieren. Die Ergebnisse dieser Begehungen sind in Bad Bevensen zu sehen – zum Beispiel die Absenkung der Bordsteinkanten an den Fußgängerüberwegen – von „verschlafen“ kann also keine Rede sein! Weiter wurde, wie von Ihnen (Michael Buntenbach, d.R.) angesprochen, ein Inklusionsbeirat gegründet und in den politischen Gremien implantiert. Sie sehen, es tut sich sehr viel in diesem Bereich durch die Stadt und auch durch die Politik. Die Stadt und der Rat tun schon sehr viel für den Inklusionsgedanken und das alles unter dem Damoklesschwert „Zukunftsvertrag und Haushaltssicherungskonzept“.

Sehr erbost waren wir auch über die in Ihrem Brief dargestellten Passagen „Integration von Randgruppen“ und „selber durch einen Unfall oder durch Krankheit jeder Zeit ein Mitglied dieser Randgruppe werden kann“. Wir stören uns an dem Begriff „Randgruppe“. Dieser ist für die Betroffenen diskriminierend. Wenn er im Zusammenhang mit der Inklusion gebraucht wird, hat diese Person den Inklusionsgedanken wohl nicht richtig verstanden. Zum Punkt „Erstattungen und Zuschüsse“: Sie sprechen von einer Fraktion im Stadtrat, die eine Unterstützung des Inklusionsbeirates verhindert. Wir finden, es ist fatal angesichts der Kassenlage, den Inklusionsbeirat an den städtischen Tropf zu hängen. Warum? Zuschüsse und Zuwendungen sind immer abhängig von der politischen Großwetterlage. Gibt es zu diesem Tropf eine Alternative? Ja! Wie wäre es, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der in der Lage ist, entsprechende Spenden zu akquirieren, um die Arbeit zu erledigen? Dieser Verein könnte als weitere Finanzquelle Fördermittel im Rahmen der „Aktion Mensch“ beantragen. Diese Möglichkeit ist aber in dem Moment nicht mehr gegeben, wenn die Politik oder die Kommune einen größeren Einfluss auf den Verein oder die Bewegung ausüben kann. Fantasielos ist für uns nur der Schrei nach öffentlichen Geldern. Wir würden es gut finden, wenn der Inklusionsbeirat sich von den öffentlichen Töpfen abnabelt und für sich neue oder andere Wege der Finanzierung finden würde.

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