Leserbrief

Infos außer Acht gelassen

Christopher Thieding informierte in Bienenbüttel über den B-4-Ausbau – AZ-Leser Wolfgang Schneider nimmt Anstoß an dem Kommentar zum dazugehörigen AZ-bericht.
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Christopher Thieding informierte in Bienenbüttel über den B-4-Ausbau – AZ-Leser Wolfgang Schneider nimmt Anstoß an dem Kommentar zum dazugehörigen AZ-bericht.

Wolfgang Schneider aus Bienenbüttel, Sprecher des Dachverbands der A-39-Gegner, schreibt zum Kommentar von AZ-Redakteur Gerhard Sternitzke „Die B 4 als Autobahn light“ zum Bericht „Mehr Lärm oder Chancen?“ (AZ, 22. Juli):

Ein Kommentar ist ein Meinungsstück; er gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Es ist daher Herrn Sternitzkes gutes Recht, sich gegen den Ausbau der B 4 und damit implizit (weil dieser ja lediglich als Alternative zu jener erwogen wird) für den Neubau einer Autobahn durch den Landkreis auszusprechen. Aber auch in einem Kommentar sollten wenigstens die Tatsachenbehauptungen stimmen. Und da hapert es bei Herrn Sternitzke doch gewaltig.

Seine Behauptung, für einen Ausbau der B 4 seien als Teil einer, wie er schreibt, „gewaltigen Planung“ zwischen Melbeck und Jelmstorf „21 Brückenbauwerke“ vorgesehen, ist falsch.

Nach Auskunft der zuständigen Dezernatsleiterin in der Landesstraßenbaubehörde sind in dieser Zahl beispielsweise auch sämtliche größere „Grabenunterführungen“ enthalten. Brückenbauwerke von der Art, wie sie sehr stimmungsvoll auf der Bienenbütteler Veranstaltung präsentiert worden sind, soll es ausweislich der vorläufigen Planungsunterlagen auf dieser Strecke lediglich vier geben.

Sternitzkes Hinweis, dass eine ausgebaute B-4-Trasse samt Wirtschaftswegen nur drei Meter schmaler wäre als eine neue Autobahn, ist mindestens irreführend, weil er suggeriert, dass damit der Unterschied ja so groß gar nicht wäre.

Er unterschlägt nämlich die schlichten Tatsachen, dass a) der B-4-Ausbau, anders als ein Autobahnneubau und mit Ausnahme der vorgesehenen Ortsumgehungen, auf einer vorhandenen Trasse stattfinden würde; b) auch eine Autobahn mit Wirtschaftswegen ausgestattet werden müsste; c) keineswegs eine durchgehende Parallelführung von Wirtschaftswegen entlang der ausgebauten B 4 vorgesehen ist; d) der B-4-Ausbau rund 32 Kilometer kürzer wäre als der Bau der A 39; e) von den 72,5 Kilometern B-4-Ausbaustrecke gut 13 Kilometer bereits fertig sind; f) ein Autobahnneubau nach rund viermal so teuer werden würde wie der B-4-Ausbau; g) nur ein Ausbau der B 4 mit Ortsumfahrungen und Lärmschutzmaßnahmen die B-4-Anwohner dauerhaft vom Durchgangsverkehr entlasten kann.

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