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„Ich erwarte deutlich mehr“

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In Bad Bevensen ist an den Schulen derzeit keine Sporthalle nutzbar.
In Bad Bevensen ist an den Schulen derzeit keine Sporthalle nutzbar. © Archivfoto: AZ

Zum Artikel „Turnhalle nach Asbest-Fund gesperrt“, AZ vom 14.  September, schreibt diese AZ-Leserin:

In Bad Bevensen bietet sich dem Betrachter derzeit ein trauriges Bild. Die Sporthalle der Waldschule ist geschlossen wegen Asbestfunden sowie einer anstehenden Sanierung, für die sich nicht ausreichend Handwerker finden ließen, um dies in den Ferien zu erledigen. Eine einjährige Schließung steht im Raum.

An der KGS sind gerade Bauzäune aufgestellt worden, um ebenfalls die Sporthalle zu sanieren. Eine Sporthalle, über deren Schicksal schon vor Jahren entschieden wurde, nämlich, dass ein Neubau sie ersetzen soll. Auch hier halte ich für fraglich, ob die notwendigen Arbeiten innerhalb der kurzen Zeit der Herbstferien erledigt werden.

Unsere Kinder können also keinen Sportunterricht machen in der Schule. Klingt erst mal nicht so schlimm, ist ja „nur“ Sport. Vor dem Hintergrund der bereits vor zwei Jahren von der WHO veröffentlichten Studie, dass immer mehr Kinder übergewichtig sind, bekommt es jedoch eine andere Präsenz. Selbst das Bundesgesundheitsministerium hat einen „Förderschwerpunkt für Bewegung und Bewegungsförderung“ gesetzt.

Dies ist nun leider in Bad Bevensen nicht mehr möglich. Auch für die Lehrer ist es eine Erschwerung der Bedingungen, Kinder, die an Bewegungsmangel leiden, sind deutlich schwerer zu unterrichten, Aufmerksamkeit und Konzentration sinken.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Wenn man die Waldschule betrachtet, wird klar, dass seit Jahren, ja Jahrzehnten kein Geld in die Hand genommen wurde, um eine regelmäßige Sanierung zu ermöglichen. Fenster sind undicht, Toiletten waren bereits vielfach Thema, eine Barrierefreiheit ist nicht zu gewährleisten. ... Und dennoch leisten die Lehrer dort ohne zu verzagen eine sehr gute Arbeit, dafür sei ihnen unbedingt gedankt.

... Wo sind die Eltern der Kinder, die lautstark eine Verbesserung fordern? Wo sind die Politiker, die sich für die Jüngsten der Gesellschaft einsetzen, die bereit sind, eine angenehme Lernatmosphäre für alle zu schaffen und dafür Geld auszugeben?

Ich als Mutter und Anwohnerin erwarte von einem Kurort in der viel zitierten Metropolregion Hamburg deutlich mehr als bisher gezeigt. Ermöglicht den Kindern eine gute Bildung in ordentlichen Räumlichkeiten und Sportstätten. Der Schulträger ist verpflichtet, räumliche und sachliche Ausstattung zu gewährleisten, um Unterricht stattfinden zu lassen, so steht es im Schulgesetz. Nicht mal dieses Mindestmaß ist bezüglich des Sportunterrichts derzeit gegeben. Sparsamkeit zulasten der Bildung (und Bewegung) wird uns teuer zu stehen kommen.

Corina Großmann, Bad Bevensen

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