Horizont endet an Gemeindegrenze

+
Neue Gleise? Die CDU-Position sei janusköpfig, so Borvin Wulf.

Die Politik positioniert sich zu den Varianten zur Y-Trasse. Borvin Wulf aus Suderburg schreibt dazu:

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Otte, der CDU-Landtagsabgeordnete Hillmer, die Christdemokraten Otto und Wilhelm Schröder (und, ja, ganz nebenbei auch die SPD) messen mit zweierlei Maß. Damit werden sie unglaubwürdig. Wieso?

Die DB hat vor längerer Zeit eine „Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung“ von möglichen Hafenhinterlandanbindungen vorgenommen und Streckenvarianten untersuchen lassen. Eine davon – Neubaustrecke Ashausen-Suderburg – wird von der DB als die in jeder Hinsicht günstigste beschrieben. Massiv tangiert diese Strecke allerdings Ortschaften wie Bohlsen, Böddenstedt und Klein Süstedt. Sie stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Landschaft dar.

Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Suderburger CDU-Samtgemeinderatsfraktion beantragt hatte, anlässlich der Ratssitzung am 10. Juli in Hösseringen, die beschriebene Resolution vor allem gegen eine DB-Trassenführung Ashausen-Suderburg zu beschließen und für einen Ausbau der Bestandsstrecken zu stimmen, auch um Bad Bevensen oder Uelzen nicht abzunabeln. Das geschah am 10. Juli erfreulicherweise sogar parteiübergreifend und einstimmig.

Das Vorpreschen der CDU in dieser Angelegenheit ist allerdings janusköpfig, worauf anlässlich der Ratssitzung aus Kreisen der anwesenden Gäste in der Fragestunde auch hingewiesen wurde: Sämtliche Gründe und Parameter, die die CDU gegen die Neubautrasse und für den Ausbau der Bestandsstrecken ins Feld führt, haben uneingeschränkt auch für die geplante A 39 Gültigkeit. Darüber setzt sich die CDU nach wie vor hinweg. Ihr politischer Horizont reicht offenbar nicht weiter als bis zur Grenze der Region Bohlsen. Man wird den Verdacht nicht los, dass der CDU-Vorstoß gegen die Ashausen-Suderburg-Bahntrasse lediglich populistisch ist. Es ist eine (politische) Tugend, auch mal auf Rechthaberei und Sturheit zu verzichten. Wie wär’s mit ein wenig Tiefenentspanntheit (Joachim Löw)?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare