Hoffnung auf Ruhe im Kurgarten

Carl-Friedrich Bautsch aus Groß Hesebeck schreibt zum Hin und Her bei der Planung einer Gastronomie für das neue Kurhaus in Bad Bevensen:.

Wie wir erfahren, macht sich die Stadt Bad Bevensen Gedanken, doch am Kurhaus ein Restaurant zu bauen, weil sie keinen Investor findet. Der Landkreis freut sich, dass Bad Bevensen das Kurhaus übernommen hat.

Als wir seinerzeit das Kurhaus planten, war das für uns eine Selbstverständlichkeit, ein Restaurant einzubauen. Die zentrale Anlaufstelle in einem Kurort ist doch immer das Kurhaus. Mit der Architektin haben wir uns damals mehrere neue Kurhäuser angesehen. Unsere erste Frage war immer: „Was hättet ihr heute anders gemacht?“ In allen Kurorten war die Antwort: „In die Mitte des Kurhauses gehören die Küche und der Kursaal, damit die Ober zur Bedienung kurze Wege haben; dies ist der zentrale Punkt.“

Im Landschaftsschutzgebiet Ilmenau durfte nicht zweistöckig gebaut werden. Darum war für Lagerräume zwingend notwendig, Kellerräume zu schaffen. Die Überschwemmungslinie musste um einige Meter verlegt werden.

Dem Trend der damaligen Zeit folgend, entstand im Keller die Kegelbahn, das mag aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen sein. Wir wollten, dass man überall freie Sicht und den Zugang zum Kurgarten hat. Durch Baumbepflanzung sollte das Kurhaus nicht als Fremdkörper wirken.

Nun ist das alte Kurhaus abgerissen. Es wird, wie ich meine, vom Aussehen ein „Holzkasten“ werden, der nicht in den schönen Kurgarten passt. Die Sonnenfalle, die circa 700 000 Euro kostete und kaum benutzt wird, nennt man im Volksmund schon „Hühnerstall.“ Hoffe nur, dass das Kurhaus, bald fertig wird und das zusätzliche Restaurant nicht zur erneuten Anhebung der Grundsteuer-, Gewerbesteuer-, und Kurabgaben führt.

Wie man hört, verlegen bei uns schon Betriebe aus steuerlichen Gründen ihren Hauptsitz. Hoffentlich reicht die Finanzierung und wir erleben nicht Bauten wie die Oper in Hamburg, den Flughafen Berlin oder die Leuphana-Baustelle in Lüneburg. Mehrere Hotels sind geschlossen, keine Diabetes-Klinik und kein Hamburger Feriendorf mehr. Wünsche dem Rat, dass sich seine sicherlich durchdachten Wünsche erfüllen mögen und es wieder Ruhe im Kurgarten gibt. Schön wäre, wenn es – wie in Lüneburg – eine Vollmitgliedschaft mit dem HVV gäbe. Wir brauchen die Tagesgäste aus Hamburg!!!

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