Höhere Beiträge ungerecht

Stefan Heder äußert sich zum AZ-Artikel „Einheitliche und höhere Beiträge“ (19. Oktober):.

Die Krippe und der Waldkindergarten sollen es also bringen. Im Verhältnis zu den anderen Gruppen sollen hier also höhere Kosten auf die Eltern abgewälzt werden. Gerade die Krippen sind es aber, welche auf höchster politischer Ebene forciert werden, um Eltern einen möglichst frühzeitigen Wiedereintritt ins Berufsleben – und damit durch Steuern die Finanzierung des öffentlichen Lebens zu ermöglichen.

Ein kurzer Blick in die Entstehung des Waldkindergartens wiederum zeigt mir, dass er grundsätzlich auf Elterninitiative geschaffen wurde, um den seinerzeit ohnehin aus allen Nähten platzenden Kindergarten zu entlasten. Viel Eigeninitiative wurde durch die Eltern getragen. Im Gegensatz zu den normalen Gruppen fallen weitere Annehmlichkeiten – so z.B. die kostenlose Getränkeversorgung, Wasser, Strom, Toilette – weg oder werden durch Unterstützung der Eltern sichergestellt. Nun sollen gerade diese Eltern also auch für den allgemeinen Kostenanstieg überdurchschnittlich gerade stehen? Der Verweis auf die reinen Personalkosten ohne Blick auf die Betriebskosten ist sicherlich zu kurz gegriffen.

Nur zur Erinnerung: bereits jetzt übersteigen die oberen Stufen der Beitragssätze deutlich das gesamte Kindergeld. Wie weit soll es denn in den nächsten Jahren noch gehen? Soweit, dass immer mehr potenzielle Eltern auf Kinder verzichten, weil sie sich die Betreuung nicht mehr leisten können?

Wenn ohnehin engagierten Eltern immer mehr Lasten aufgegeben werden, könnte es passieren, dass das Engagement dieser Eltern in eine ganz neue Richtung gelenkt wird: Austausch der heutigen Entscheidungsträger.

Stefan Heder,

Nienwohlde

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