Höchste Zeit, dass wir uns wehren

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Der Wolf ist in die Region zurückgekehrt – und löst bei den Menschen gemischte Gefühle aus.

Walter Cordes aus Brockhöfe schreibt zur aktuellen Diskussion über die Rückkehr des Wolfs.

Wir hier in Wriedel leben seit zwei Jahren mit den Wölfen und es kommt hier täglich zu Begegnungen zwischen Menschen und Wölfen. Diese laufen aber nicht so ab, wie uns erzählt wurde. Der Wolf hat keine Angst, sondern kommt oft extra bis auf wenige Meter an Spaziergänger heran. Wenn dies keine ausgesetzten Tiere sind, hat der Wolf schon in der zweiten Generation die Scheu vor dem Menschen verloren. Wie geht diese Entwicklung weiter ?

Die Landbevölkerung ist nach meiner subjektiven Beurteilung zu 80 bis 90 Prozent gegen die Wiederansiedlung des Wolfes. Hier wird gegen den Willen der Bevölkerung versucht, etwas durchzusetzen. Oft von Leuten, die die Natur nur aus Büchern und Fernsehen kennen, unterstützt von einer Politikerlobby, die für Mehrheitsbeschaffungen wichtig ist.

Die zunehmende Verstädterung geht mit dem Weltbild einher „der Bauer sorgt nicht mehr für unsere Ernährung, sondern vergiftet unsere Umwelt; Jagd war zwar Jahrtausende natürlich und richtig, wird aber in den letzten 50 Jahren nur noch von Mördern betrieben; unser Essen kommt ja aus Supermärkten und Bioläden“.

Ob eine neue Autobahn mitten durch eine Ortschaft geht, interessiert nicht, wenn nur der Ortolan nicht in seiner Ruhe gestört wird. Es werden Millionen ausgegeben für Wolfsberater, Experten, DNA-Analysen, Vorkehrungen und Entschädigungen, aber für Menschen in Not ist das Geld und auch die Unterstützung nicht da. Polizisten, die ihre Arbeit sowieso nicht schaffen, sollen Problemwölfe, bunte Tücher schwenkend, mit Gummikugeln bewerfen oder einfangen und in Umerziehungslager stecken.

Wir hier in Wriedel haben etwa 15 Wölfe (wurden schon zusammen gesehen) in der Nachbarschaft, die die Lebensqualität der Menschen hier gewaltig einschränken. Es wird höchste Zeit, dass wir uns wehren, damit wir nicht zum Nationalpark und Museumsdorf verkommen. Selbst wenn 30 Prozent der Bevölkerung jetzt sagen, was für einen Quatsch ich hier schreibe, sind es noch 70 Prozent, die anderer Meinung sind – und das wäre die Mehrheit, oder?

Damit ich nicht gleich in eine bestimmte Ecke gestellt werde: Ich war Gründungsmitglied der Grünen in Niedersachsen und bin Mitglied im Nabu.

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