Höchst bedenklich

Zu „Getötet aus ,Mordlust‘“: Die Berichterstattung der AZ zum o.g. Thema ist höchst bedenklich.

Seriöse Berichterstattung und die Unschuldsvermutung scheinen für die AZ und insbesondere für den Herrn Mitzlaff Fremdwörter zu sein. Woher nimmt sich der Herr Mitzlaff das Recht, über Schuld oder Unschuld des TatVERDÄCHTIGEN zu entscheiden? Durch das Abdrucken des Fotos des Tatverdächtigen, ohne ihm voher den klassischen „schwarzen Balken“ über die Augen zu kleben, wird der Ruf des Tatverdächtigen auf ewig geschädigt. Selbst wenn sich später - auch wenn dies momentan unwahrscheinlich erscheint - herausstellen sollte, dass der Tatverdächtige unschuldig ist, wird er stets mit dem grausamen Mord an den beiden Kinder in Verbindung gebracht. Diese Art der Berichterstattung erinnert an Lynchjustiz.

Sollte nicht zuerst ein Gericht über die Schuld des Tatverdächtigen urteilen, bevor er an den Medienpranger gestellt wird? Nur zur Klarstellung: Selbst wenn der Tatverdächtige zum Verurteilten werden würde, hielte ich es für reißerisch und sensationsgeil, sein Foto zu veröffentlichen. Allerdings werden die AZ und der Herr Mitzlaff die saftige Schmerzensgeldforderung (sollte sich die Unschuld des Tatverdächtigen erweisen)ins Kalkül gezogen haben.

Jan C. Lindemann,

Braunschweig

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