Hilfe statt Hassprediger

Es wird heftig diskutiert, wie der chaotische Flüchtlingszustrom besser in den Griff zu bekommen ist. Einige Forderungen dazu wecken bei Hans Kramer aus Altenmedingen große Fragezeichen. F.: dpa
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Es wird heftig diskutiert, wie der chaotische Flüchtlingszustrom besser in den Griff zu bekommen ist. Einige Forderungen dazu wecken bei Hans Kramer aus Altenmedingen große Fragezeichen. F.: dpa

Zu den Berichten über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland schreibt Hans Kramer aus Altenmedingen:.

In der Flüchtlingsfrage wird zurzeit heftig darüber diskutiert, wie der chaotische Flüchtlingsstrom endlich besser in den Griff zu bekommen sein könnte. Einige Forderungen dazu wecken bei mir aber große Fragezeichen.

Es wird gefordert, eine Obergrenze für Zuwanderung festzulegen. Aber wie hoch soll diese Obergrenze denn sein? Konkrete Zahlen werden leider nicht genannt.

Transitzonen sollen eingerichtet werden. Wie sollen die denn gestaltet werden? Wie soll erreicht werden, dass dort alle erfasst werden können? Auch hierzu erfährt man leider nichts Konkretes!

Die Grenzen sollen dicht gemacht werden. Wie soll das geschehen? Was passiert mit den Menschen (Familien, Kinder, alte Leute), die dann davor bleiben? Wie soll verhindert werden, dass diese Menschen sich andere Wege suchen? Soll vielleicht wieder eine Grenzanlage mit Selbstschussanlagen errichtet werden (das hatten wir doch schon. Wir können das todsicher)? (...)

Über das Wichtigste wird aber wenig gesprochen: Wie erreicht man, dass die Flüchtlinge in der Nähe ihrer Heimat bleiben, damit sie nach dem Ende des Bürgerkrieges wieder zurück können und den Wiederaufbau in Angriff nehmen? Aus der Presse ist zu entnehmen, dass die Unterstützung für die Flüchtlingslager im Nahen Osten von UNHCR und EU um zirka 50 Prozent gekürzt wurde. Auch die deutsche Regierung hat diese Gelder drastisch gekürzt. So treibt man die Menschen dort ja geradezu auf die lebensgefährliche Reise nach Europa.

Wer das Flüchtlingschaos hier wirklich in den Griff kriegen will, der muss sofort die Finanzmittel für die Flüchtlingslager im Nahen Osten verdoppeln. Nur dann bleibt den Menschen die Hoffnung auf eine Zukunft in ihrer Heimat! (...) Die kleine Organisation „OrientHelfer“ macht genau dies auf privater Ebene. Solche Initiativen und die vielen hilfsbereiten Menschen hier zeigen ein bewundernswertes Bild von Deutschland, auf das wir sehr stolz sein können.

Beschämend dagegen ist, dass sich nun aber auch deutsche Hassprediger bei Pegida, NPD, AfD und anderen Gruppen mit wütenden Parolen gegen die Flüchtlinge und unsere Bundesregierung wenden. Müsste das nicht alle Bürger veranlassen, sehr wachsam zu sein – agieren diese Hassprediger doch auf der gleichen moralischen Ebene wie zum Beispiel die Hassprediger im Islamischen Staat (...).

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