Herdentrieb sorgt für Flaschenchaos

Leserbrief zu den Artikeln „Sauerei im Schneeball-Prinzip“, AZ vom 21. September:.

Der „Flaschenwald“ auf besagtem Parkplatz überrascht mich persönlich im Grunde wenig. Wer sehenden Auges im Alltag unterwegs ist, findet noch ganz andere Beispiele. Hier ist nämlich wieder einmal der Herdentrieb in seiner stupidesten Ausprägung zu bestaunen. Ein Effekt übrigens, der sich hin und wieder auch dadurch äußert, dass Einkaufswagen nicht etwa gleichmäßig auf die vorhandenen Unterstände verteilt werden, sondern in endlosen Schlangen aneinandergereiht werden, die ganze Durchfahrten blockieren.

Schließlich machen’s doch alle so – warum nicht auch ich? Es kann doch daher auch nicht verkehrt sein, seine Flaschen einfach dazuzustellen, wo doch da schon so viele stehen, oder? Dabei fällt mir ein: Was ist eigentlich das Gegenteil von „Schwarmintelligenz“?

Ähnlich verhält es sich übrigens auch auf Rastplätzen, auf denen zu lesen steht „Keine Abfallbehälter, Müll bitte mitnehmen“. Man glaubt gar nicht, was sich dort so alles findet. Und auch hier gilt: Ein illegal platzierter Müllsack bleibt nicht lang allein. Mag ja sein, dass er sich wohl fühlte in seiner Einsamkeit. Erhalten bleibt sie ihm jedenfalls nicht. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Albert Einstein, das mir hier (wie so häufig) passend erscheint:

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Stephan Tuband,

Westerweyhe

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