„Heilige Kühe“ schlachten –Schnelle Eingreiftruppe schaffen

Leserbrief zur Kolumne „Von Woche zu Woche“ vom 26. September von Norman Reuter, „Es brennt: Beirat muss Gehör finden“:.

„Sie haben nicht Produktionsabläufe in einem Werk im Sinn oder Liefertermine, nein, sie haben ihre Mitmenschen im Sinn“ – Zitat-Ende. Das trifft so nur bedingt zu, denn jeder freiwillige Feuerwehrmann ist zu jeder Zeit loyal zu seinem Arbeitgeber, denn er ernährt ihn und seine Familie. Wenn allerdings der Feuerwehrmann/-frau in einem kleinen Betrieb beschäftigt ist oder gar als „Glied in einer Fertigungskette“, so ist es kaum oder gar nicht möglich, ihn bei Alarmierung ohne einschneidende finanzielle (für Arbeitgeber und Arbeitnehmer) Verluste freizustellen. Eine Lösung wäre, die Anzahl der Freiwilligen Feuerwehren zu reduzieren oder zusammenzuführen (seit Jahren hinter der vorgehaltenen Hand angedacht, aber nicht weiter verfolgt), um dadurch die Schlagkraft zu erhöhen.

Man sollte in der Zukunft auch darüber nachdenken, für den Tagesbereich eine so genannte schnelle Eingreiftruppe, hauptamtliche Kräfte (neudeutsch: „Response Force“) aufzubauen, die dann auch ortsübergreifend eingesetzt werden könnte. Über die Einsatzstärke und den Standort sollte der Landkreis Uelzen Überlegungen anstellen. Die Kosten würden sich bei einer Umstrukturierung der Ortswehren in einem Rahmen bewegen, der vertretbar wäre. Viele der heute arbeitslosen freiwilligen Feuerwehrleute könnte man unter Umständen aus der Hartz-IV-Abhängigkeit herausholen, ihnen eine sinnvolle Beschäftigung bei angemessener Bezahlung geben.

Zusammenfassend möchte ich allen Verantwortlichen den Rat geben, über Lösungen nachzudenken, sich von der Angst zu befreien, eine „heiligen Kuh“ zu schlachten, wenn es um Neustrukturierung der Freiwilligen Feuerwehr des Kreises geht! Das Ehrenamt – immer und immer wieder hoch gelobt von Politikern – würde eine neue Dimension erreichen, und was viel wichtiger ist: Die Bürger können sicher sein, dass ihnen immer und überall geholfen wird!

Der Verfasser ist sich im Klaren darüber, dass er ein „heißes Eisen“ angefasst hat, vielen wird es überhaupt nicht gefallen und er wird unter Umständen als „Nestbeschmutzer“ betitelt werden – es ist aber höchste Zeit, über Veränderungen nachzudenken!

Wilhelm Sties,

Hamburg

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