AZ-Leserbrief

Hauptsache dagegen sein

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AZ-Leser Karl Jongeling aus Uelzen kritisiert, dass sich Bürger jetzt auch gegen Windenergie wehren. 

AZ-Leser Karl Jongeling äußert sich zum Artikel „Klage gegen Windkraftanlagen“, AZ vom 13. Mai:

Das Thema Atomkraftwerke ist aus den Medien fast verschwunden, seitdem es keine Castor-Transporte mehr gibt. Dabei ist man der Lösung der Endlagerung keinen Schritt näher gekommen. Die Castoren stehen nach wie vor in Gorleben über der Erde beziehungsweise bei den Kernkraftwerken und werden dort in 20 Jahren wohl immer noch stehen.

Nun sind die Braunkohlekraftwerke dran. In der Oberlausitz und im Rheinischen Braunkohlerevier wird der Braunkohleabbau wohl demnächst ganz eingestellt werden, obwohl dann viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Eigentlich müssten jetzt alle für erneuerbare Energien sein, zum Beispiel für Strom aus Windkraft. Irrtum: Es gibt inzwischen über 850 Bürgerinitiativen gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen, jetzt auch in Wahrenholz. Die Leute sind dagegen, weil irgendwann in der Gegend ein Schwarzstorch gesichtet wurde.

Selbst die Grünen, sonst lautstarke Vorkämpfer für saubere Energie, schwimmen auf der Anti-Welle mit. Im Kreis Uelzen darf ein Windpark nicht erweitert werden, weil in der Nähe ein Seeadler gebrütet hat. Meines Wissens hat der sich angesiedelt, als die ersten Windkraftanlagen dort schon standen. Die Leute sind gegen Starkstromleitungen über und jetzt auch unter der Erde. Egal was vorgeschlagen wird: Man ist erst einmal dagegen

Mir fällt nur eine Lösung ein: Alle diese besorgten Mitbürger gehen mit gutem Beispiel voran. Sie schaffen ihre Elektroherde, Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen ab und kehren zum Kerzenlicht zurück. Vor 150 Jahren haben die Deutschen ja auch ohne elektrischen Strom überlebt.

Karl Jongeling, Uelzen

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