AZ-Leserbriefe

Ein Hauch von Monaco

+
AZ-Leser Teddy Lindenberg skizziert ein paar – ironisch gemeinte – Szenarien, wie sich die neu errichteten Leitplanken auf Unfälle beziehungsweise den Verkehr auswirken könnten.

Zum Artikel „Mehr Schutz vor Baumunfällen“ (AZ vom 4. Dezember) schreibt Teddy Lindenberg aus Nateln:

Nico Rosberg hat einmal gesagt: Ich liebe den Kurs von Monaco, auch wenn er hundsgefährlich ist, wegen fehlender Auslaufzonen. Nun hat uns ein Hauch von Monaco erreicht, mit dem zusätzlichen Kick, dass wir auch Gegenverkehr haben. Vier mögliche, sicherlich nur hypothetische Szenarien fallen mir dazu ein:

Die hohen Leitplanken animieren einige dazu, mehr Abstand zur Bankette zu halten, macht der Gegenverkehr das Gleiche, kommt man sich näher. Die Leitplanken haben die Sicht auf die Wildwechsel verbaut. Konnte man früher beim Anlauf des Wildes noch rechtzeitig reagieren, können wir jetzt im letzten Moment miterleben, wie das Wild die Hindernisse überwindet.

Ein Liegenbleiber zur Rush- Hour wird sich in Geduld üben müssen, bis der Abschleppwagen kommt – gute Gelegenheit mit den Wartenden einen netten Plausch zu führen. Sollte bei Glatteis jemand ins Rutschen kommen oder ein überschneller Fahrer die Leitplanke im richtigen Aufprallwinkel treffen und auf die Gegenfahrbahn geraten, bleibt ihm der Trost, keinen Baumunfall verursacht zu haben.

Machen wir das Beste draus: Investieren wir in Leitplanken und stützen unsere schutzzollgefährdete Stahlindustrie und trösten uns damit: 50 Jahre lang ist nichts passiert, es kann nur besser werden.

Zum Bericht „Zugtickets beim Bäcker“ (AZ vom 6. Dezember) schreibt Stephan Weitner aus Uelzen:

Reisende erhalten nun im DB-Store des Uelzener Hundertwasser-Bahnhofs auch Zugtickets.

Die Bahn hat mal wieder durch die Schließung des Reisezentrums gezeigt, wie unwichtig ihr die Kunden in den Kleinstädten sind! Da sollen nun Nah- und auch Fernverkehrsfahrkarten schnell nebenbei bei Kaffee und Kuchen mitverkauft werden. Ich bezweifel stark, dass die bestimmt motivierten Verkäufer das ganze Gebiet des Ticketverkaufs in Schnellschulungen beherrschen. (...) Das ist aber noch nicht alles! Neben ständig verspäteten Zügen, Zugausfällen, defekten Wagen, Überbuchungen durch Billigramsch-Tickets (...) wurde nun in Uelzen auch noch der zweite DB-Fahrkartenautomat abgebaut!

In den Metronom-Automaten sucht man übrigens vergeblich eine Fahrkarte von Uelzen nach Salzburg. Wissen die Herren im Bahnvorstand eigentlich, was an der Basis los ist? Sitzen dort nur unfähige Leute, die durch Null-Leistung mit Millionen abgefunden werden und zum nächsten Unternehmen springen? Das soll alles noch Service sein? Mit Wehmut denke ich an die Deutsche Bundesbahn zurück.

Da fuhren zwar noch nicht so viele Züge, aber diese Zustände wie heute gab es nicht. Heute muss man ja täglich zittern, ob die Bahn mich überhaupt pünktlich nach Hamburg zur Arbeit fahren kann!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare