Leserbriefe

Händler müssen sich strecken

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Einzelhandel in Uelzen: Bei verkaufsoffenen Sonntagen bilden sich Schlangen an den Kassen.

Leserbriefe zum Artikel „Handel fürchtet Ausbluten“, AZ vom 3. April:

Viel lieber würde ich mehr in Uelzen einkaufen. Wer die notwendige Kaufkraft aber in mindestens einem Job erwirtschaften muss, hat Pech mit den Öffnungszeiten in Uelzen. Nach Feierabend einkaufen ist nicht: 18 Uhr Türen zu. Vorzeitiger Abbruch der Anprobe – ohne Kauf. Schade. Im Uhlenköperpark und bei Rossmann geht’s wenigstens bis 19 Uhr. Auch die Uelzener Samstagöffnung – immerhin stellenweise schon mal bis 16 Uhr – ist sehr sparsam bemessen für einen gemütlichen Einkaufstag. Braunschweig hat bis 20 Uhr geöffnet. Der Online-Handel rund um die Uhr.

Wer sich dann mal einen richtigen Shopping-Samstag gönnt, fährt lieber in eine attraktive Innenstadt mit großer Auswahl und einer richtigen, gemütlichen und ruhigen Fußgängerzone, wo nicht beim Pausen-Cappuccino die Autos am Tisch vorbeifahren.

Der Uelzener Handel wäre der erste, der seine Kunden mit erhobenem Zeigefinger zum Konsum bewegt. Wer jahrelang verhindert, dass sich eine attraktive Bandbreite an Geschäften ansiedelt, die einen Einkaufsbummel lohnenswert macht, kann mit modernen Einkaufssituationen, wie sie fast jede andere Klein- und Mittelstadt anbietet, nicht mithalten. Bei solch einer guten Verkehrsanbindung ist es ja auch sehr einfach, mal eben nach Lüneburg, Celle, Braunschweig, Hamburg oder Hannover zu fahren.

Uelzen ist auf einem guten Weg, seine Handelsvielfalt auszubauen. Ein modernes Innenstadt-Konzept, mit autofreien Flaniermeilen, attraktiven Parkmöglichkeiten und langen Öffnungszeiten gehört aber dazu. Dafür muss vielleicht unter der Woche nicht so früh geöffnet werden. Ein solches Konzept sollte dann auch mal mindestens ein Jahr laufen dürfen, damit sich die Kunden daran gewöhnen und auch ihr Kaufverhalten darauf einstellen können, und nicht nach sechs Wochen enden wie beim legendären Fußgängerzonen-Experiment.

Ich würde mir sehr wünschen, dass Uelzen bald in der Neuzeit ankommt und für seine Kunden vor Ort genug zu bieten hat, um sie langfristig wieder zu begeisterten Stammkunden zu machen.

Nicole Sroka, Suderburg

Urthe Eilers hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Jeder entscheidet mit seinem Kaufverhalten, wie die künftige Einkaufslandschaft in Uelzen aussehen wird. Jeder Verbraucher ist so wichtig, dass er die Situation direkt vor Ort stark beeinflusst.“ Ihr Vorstoß für eine gezielte „Buy-local“-Kampagne ist lobens- und unterstützenswert. Doch entscheidet nicht einzig das Verhalten der Verbraucher über Wohl oder Wehe des Uelzener Einzelhandels und den Erfolg einer solchen Kampagne, sondern auch die Einstellung der Einzelhändler selbst. Wie soll man die pampige und tatsächlich ernstgemeinte Frage der Inhaberin eines alteingesessenen Einzelhändlers verstehen, wenn man als Kunde nach dem Einkauf – während dem man von ihr mehrfach deutlich gemacht bekommen hat, dass man ihr als Kunde offensichtlich nicht zusagt – in ihrem Geschäft von ihr die Frage „Warum kaufen Sie eigentlich nicht im Internet?“ gestellt bekommt?

Bleibt zu hoffen, dass die restlichen Einzelhändler in Urthe Eilers’ Sinn an einem Strang ziehen. Die Uelzenerinnen und Uelzener wären sicherlich bereit, die Bemühungen zu belohnen.

Julian-Daniel Albrecht, Uelzen

Vor zwei Jahren wollte ich beim Uelzener Elektrofachhandel für meine vor einigen Jahren dort erworbene Schallzahnbürste ein neues Handstück bestellen. Leider kam ein falsches, nicht passendes Teil. Angeblich konnte man mir ein Originalhandstück nicht mehr besorgen. Zuhause im Internet wurde ich schnell fündig und hielt nach drei Tagen das Gesuchte in der Hand!

Fazit: Wenn die Kundenfreundlichkeit bei der Bestellung von Ersatzteilen, Reparaturen etc. aufhört, weil man es lieber hätte, wenn der Kunde ein neues Teil erwirbt, dann kaufe ich doch meine nächste Zahnbürste gleich im Internet.

Bettina Knust, Uelzen

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