Guten Appetit!

Zum Thema Saure Mienen um die süße Frucht:

Sehr geehrte Frau Rosenbrock, hier vielleicht mal ein paar Fakten: 1. wurden sämtliche Verladestationen an den Bahnhöfen entfernt, weil a) es zu teuer war; b) zeitlich und logistisch viel zu aufwendig war und c) der Bahnverkehr immens zunahm. 2. ist es ökologisch viel sinnvoller, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, als viele kleine Anlaufstellen, nämlich die Verladestationen, wodurch es ein viel größeres Verkehrsaufkommen, nicht nur zur Zentrale, sprich Zuckerfabrik, gab, und wodurch es zu höheren Emissionen kam, da ein Fahrzeug auf längeren Strecken weniger Kraftstoff verbraucht, als auf vielen kurzen Strecken. Zudem sind nur wenige Rübenfahrzeuge technisch nicht einwandfrei, dieses wird durchaus kontrolliert. Hinzu kommt, dass die reinen Treckertransporte durch das Zusammenlegen von Transporten auf LKW stark abgenommen haben, da man auf einem LKW mehr Tonnen transportieren kann, was wiederum die Emissionen insgesamt deutlich gesenkt hat. Diese, zum großen Teil Leih-LKW, sind in der Regel in einem einwandfreien technischen Zustand. Ein paar Monate im Jahr ist nun mal höhere, gegenseitige Rücksichtnahme gefordert. Viel schlimmer sind Gefahrguttransporte auf der Straße und auf der Schiene. Viel schlimmer sind unnütze LKW-Fahrten quer durch Europa, nur um Waren am anderen Ende Europas zu verarbeiten und um zu etikettieren! Essen Sie Frischkäse aus dem Allgäu oder exotische Früchte? Wie kam ihr Rechner oder Einzelteile davon, mit dem Sie den Leserbrief ins Netz stellten, aus Fernost zu ihnen nach Hause? Dann beginnt nämlich eine ganz andere Debatte über unnütze Emissionen!

Werner Meyer-Schütte

Suderburg

Ich wollte zuerst keinen Leserbrief schreiben. Aber da ich über vierzig Jahre als Disponent mit LKW-Transporten zu tun hatte, und in dem entsprechenden Bericht, sowie in dem Leserbrief von Frau Rosenbrock sachlich einiges falsch ist, möchte ich das ins rechte Licht rücken. Der Herr Friedrich vom VCD scheint noch im Jahre 1960 zu leben. Wo stehen denn die Verladerampen? Aber wahr- scheinlich befindet er sich im Dornröschenschlaf. Da die Menschen an der B 4 durch diese Transporte belastet sein sollen, muss also schnellstens die A 39 her. Da trifft der Kommentar von H. Sander von der Nordzucker Uelzen schon eher zu. Na ja, er ist eben ein Praktiker und H. Friedrich ein Theoretiker. Der Transport mit der Bahn ist immer teurer. Da kommen zur Fracht auch noch z.B. die Anschlussgleisgebühren. Wenn dann noch die Nordzucker für ein ganzes Jahr Gebühr zahlen muss, obwohl sie die Schienen nur ein Vierteljahr nutzt, so ist das um so mehr verständlich. Die Aussage vom Werksleiter H. Buhrmann, dass die Anlieferung per LKW wesentlich flexibler ist, kann ich aus meiner aktiven Zeit nur unterstreichen. Von Logistik kann man bei der Bahn sowieso nicht sprechen. Eine Spedition erreicht man 24 Stunden. Das Büro der Bahn ist dagegen höchstens von acht bis siebzehn Uhr besetzt. Wenn man Glück hat, und den zuständigen Sachbearbeiter zu fassen bekommt. Da die Fabrik eine kontinuierliche Anlieferung an Rüben benötigt, kommt eine Anlieferung per Bahn sowieso nicht infrage. Auch eine Anlieferung per Schiff wäre nicht sinnvoll, obwohl das die günstigste Fracht wäre. Der Leserbrief von Frau Rosenbrock zielt auch am Thema vorbei. Es passieren jedes Jahr nicht wegen anderer Verkehrsteilnehmer weniger Unfälle, sondern weil auch die LKW-Fahrer umsichtigt fahren. Hinzu kommt auch, dass die LKWs heutzutage in Schuss sind. Als Problem sehe ich nur die LKWs aus Osteuropa, die teilweise in einem katastrophalen Zustand sind. Feststellen muß ich auch, dass Frau Rosenbrock gar keine Ahnung hat, wie es in einer Spedition zugeht. Liebe Frau Rosenbrock, wenn Sie zu Hause die Tageschau gucken sind die LKW Fahrer noch unterwegs. Was meinen Sie, wie die Speditionen vom Staat getreten werden. Es ist ja nicht nur die Polizei, die kontrolliert, sondern auch die Bundesagentur für Güterverkehr (BAG). Dann muss die Spedition Maut-Gebühren bezahlen. Wird hiergegen verstoßen, muss ein Bußgeld bezahlt werden in dreistelliger Höhe, und zwar vom Unternehmer und vom Fahrer oder Disponenten. Außerdem muss eine Spedition zertifiziert sein. Alleine die Durchführung dieser Zertifizierung kostet z. T. über 1000 Euro. Die Fahrer über 50 Jahre müssen sich regelmäßig einer ärztlichen Untersuchung stellen. Es sprechen also mehrere Argumente dafür, dass eine Anlieferung nur mit LKW infrage kommt, alles andere machtkeinen Sinn. Frau Rosenbrock, haben Sie mal überlegt, wie die Rüben zur Bahn hinkommen. Sind das keine Kosten? Diese haben Sie wohl vergessen. Ich wünsche Ihnen guten Appetit, beim nächsten Frühstück mit Sirup aus Zuckerrüben.

Hans-Otto Bürger

Lüder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare