AZ-Leserbrief

„Grau ist greulich“

„Grün ist Leben“, schreibt AZ-Leserin Andrea Holtz. Schottergärten verhinderten dieses.
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„Grün ist Leben“, schreibt AZ-Leserin Andrea Holtz. Schottergärten verhinderten dieses.

Zum Artikel „Tiere können keine Steine fressen“ (AZ vom 14. Oktober) und die politische Diskussion über Schottergärten in Bad Bevensen schreibt diese AZ-Leserin:

„Gärten des Grauens“ – so hat der Biologe und Botaniker Ulf Soltau schon vor Jahren in seinem Blog die Schotter-Gartenleichen genannt, um die es in Bad Bevensen und Ebstorf gerade endlich geht, die AZ berichtete.

Endlich, denn in anderen Städten und Bundesländern – Baden-Württemberg, Bremen und andere – ist man viel weiter und verbietet diese Unsitte. Zumal die Niedersächsische Bauordnung, Paragraf 9, Absatz 2, sie ganz klar als nicht zulässig bezeichnet.

Aber eigentlich müsste doch jeder inzwischen wissen, wie es um unsere Natur bestellt ist, und um den dramatischen Rückgang der Tier- und Pflanzenwelt. Wer baut, nimmt Tieren und Pflanzen die Lebensgrundlage und sollte daher von sich aus bemüht sein, so viel wie möglich mit einem naturnahen Garten zu retten.

Das ist weder teurer noch schwieriger, als tote Steinwüsten anzulegen. Gleiches gilt natürlich ebenso für eine nachträgliche „Verwüstung“ eines bestehenden Gartens. Sollen Ihre Kinder denn Schmetterlinge, Igel, Frösche und Hummeln nur noch aus dem Fernsehen kennen?

Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit vonseiten der Samtgemeinde, Pflanzpläne und geeignete Pflanzen zusammenzustellen. Wer den Kurpark so schön gestaltet, kann bestimmt auch Vorgartenideen entwerfen und diese zum Beispiel bei einem Vortrag im Kurhaus oder online zur Verfügung zu stellen.

Aber auch im Buch- und Zeitschriftenhandel wird man schnell fündig. Grün ist Leben – grau ist greulich!

Ach ja, und was die Befindlichkeiten der CDU und ihre Angst um unsere Freiheit, alles zerstören zu dürfen, angeht: Auch die Natur hat Rechte. Sie geht allerdings nicht wählen.

Andrea Holtz, Ebstorf

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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