Glöckchen wäre kontraproduktiv

Katzen stromern liebend gern durch die Gegend und können teils mehrere Quadratkilometer große Reviere haben – und das ist auch ganz normal, betont AZ-Leserin Abi Hübener.
+
Katzen stromern liebend gern durch die Gegend und können teils mehrere Quadratkilometer große Reviere haben – und das ist auch ganz normal, betont AZ-Leserin Abi Hübener.

Der Artikel „Ein Glöckchen für Minka“ (AZ, 31. Januar 2015) spaltet die Leserschaft der AZ. Abi Hübener aus Emmendorf nimmt Bezug auf den Leserbrief von Wolfgang Bergmann „Jeder Stubentiger geht auf Raubzug“ (9. Februar 2015):

Lieber Herr Bergmann, ich gebe Ihnen Recht – jede Katze, die nach draußen geht, ist ein Jäger. Ob jede Katze „wildert“, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass Katzen Reviere mit einem Radius von bis zu zwei Kilometern und mehr haben können. Damit sind sie noch keine Streuner, sondern verhalten sich total normal. Dabei machen sie natürlich auch Beute.

Fakt ist auch: Nicht jede Katze ist ein Vogelfänger und Nesträuber. Das hängt von ihrer Kompetenz ab. Manche Katzen bevorzugen eher Mäuse und Insekten, dagegen hat keiner etwas. Deshalb wurden Katzen überhaupt domestiziert!

Und eines ist ganz, ganz sicher: Habe ich eine Katze mit Hang zum Vogelfang und Bäumeklettern, mache ich sie mit einer Glocke um den Hals zu einem noch viel, viel besseren Vogelfänger – sprich die Katze übt mit einer Glocke um den Hals, sich noch leiser zu bewegen, damit das Glöckchen nicht klingelt. Taschendiebe üben so ihre Klaukompetenz.

Deswegen – lieber kein Glöckchen umhängen. Sinnvoller ist es, den Lebensraum für Vögel so zu gestalten und zu erhalten, dass sie sich nicht dort aufhalten mögen, wo sie zu leichter Beute für Katzen und andere Vogeljäger werden, zum Beispiel an Vogelhäusern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare