Glaube nicht an den Bau

Leserbrief zum geplanten Marktcenter, dem Alten Rathaus und der Kreisel-Lösung:.

Die Bemerkung des Herrn Scheele-Krogull, „der Anschein von außen lässt ja auch nicht erahnen, dass sich unter dem Gebäude (Anm. d. R: Altes Rathaus) ein Morast an Gründungen befindet“ ist schon sehr erstaunlich. Als Uelzener muss der Baudezernent wissen, auf welchen tönernen Füßen die alten Gebäude der Innenstadt stehen. Man kann unterstellen, dass er daher auf die Risiken einer Kostenexplosion hingewiesen hat.

Die Entscheidung, die Sanierung trotz der katastrophalen Finanzlage der Stadt, die damals schon bekannt war, dennoch auszuführen, wurde vom Stadtrat getroffen. Ob alle Ratsmitglieder vor der seinerzeitigen Abstimmung von der Verwaltung über die Risiken ausreichend informiert wurden, erscheint höchst zweifelhaft.

Die Uelzener Bürger können davon ausgehen, dass das Marktcenter, wenn überhaupt, nicht in der uns vorgestellten Form gebaut wird. Beweise hierfür gibt es bereits:

• Die Greyerbrücke, welche jetzt abgerissen wird, hat gen Westen eine Verbreiterung mit zweieinhalb Fahrspuren. Aus dieser Verbreitung sollte eine dritte Fahrspur für die Auffahrt zum Parkdeck des Marktcenters entstehen. Die neue Brücke wird aber nur zwei Fahrspuren haben, also ist eine Auffahrt auf das Parkdeck gar nicht mehr vorgesehen, siehe AZ vom 2. Februar 2012, Bekanntmachung der Stadt Uelzen.

• Abgesehen von dem Sicherheitsrisiko für die Schüler des HEG, ist ein Kreisverkehr dort, wegen des Höhenunterschieds im Gelände und des nicht vorhandenen Platzes, aus verkehrstechnischer Sicht nicht möglich.

• Bei jedem Kreisverkehr haben Radfahrer im äußeren Bereich Vorfahrt. Das bedeutet, dass die Radfahrer, besonders während der Schulzeit, den Verkehr einer Bundesstraße zum Erliegen bringen.

Wir können also gespannt sein, welche Ausrede der Verwaltungsspitze einfällt, warum das Marktcenter, wenn überhaupt, dann ohne Parkhaus gebaut wird. Der Prügelknabe wird sicher wieder der Baudezernent sein, der das dann verkünden muss, früher hat das der Bürgermeister gemacht.

Wozu haben wir eigentlich eine Pressesprecherin? Hier lässt sich mit Sicherheit noch viel Personal im Rathaus einsparen. Bevor Schulen geschlossen werden, sollten alle Stellen der Verwaltung auf den Prüfstand kommen. Es ist die Aufgabe des Stadtrates, diese Prüfung von unabhängigen auswärtigen Fachleuten durchführen zu lassen.

Alfred Borrmann,

Uelzen-Veerßen

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