Es gibt bessere Scherze

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Der Hamburger Unternehmer Michael Otto hat sein Vermögen in eine Stiftung überführt – und erntet dafür Kritik von AZ-Leser Wolfgang Schneider.

Wolfgang Schneider aus Holdenstedt schreibt zum Bericht „Michael Otto stiftet Milliarden“ über den Hamburger Milliardär Michael Otto, der sein Vermögen bereits vor einem Jahr in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht hat (AZ vom 2. April 2015):

Sicher haben letzten Mittwoch beim Lesen der Zeitung beziehungsweise Hören von Nachrichten manche darauf geachtet, welche Aprilscherze aufgetischt werden. Es hören sich so manche Nachrichten ja nach Aprilscherzen an...

Ein recht gut getarnter Aprilscherz war die Meldung, dass der Multimilliardär Michael Otto „sein Geld verschenkt“ – und alle haben ihm sofort die Kontodaten geschickt. Auch nur flüchtig im Steuerrecht kundige Journalisten hätten sicher nicht eine solche Schlagzeile gewählt. Das Parken von Geldvermögen in Stiftungen ist eines der effektivsten Steuersparmodelle (nicht nur in Deutschland). Man packt eine möglichst große Summe auf ein Konto unter dem Namen einer neu gegründeten „Stiftung“ und lässt sich selbst zum Vorsitzenden derselben „wählen“. Ab sofort erhält man ein großzügiges Salär, dessen Höhe man selbst beliebig ändern kann. Ein solcher Vorsitzender hat darüber hinaus jede Menge Ausgaben (für ein Privatflugzeug, aufwändige Reisen, beträchtliche Bewirtungskosten, Bau eines Bürohauses, Promotion in Gestalt von Einstellen von „Angestellten“ – zufällig alles Familienangehörige –, Schalten von Inseraten in eigenen Zeitungen, Betriebskosten und so weiter). Das heißt, ab sofort führt man das selbe Luxusleben wie zuvor, jedoch mit kräftiger Unterstützung des Fiskus‘, und erweckt bei naiven Mitmenschen erfolgreich den Eindruck, ein besonders guter Mensch zu sein... Es gibt bessere Scherze!

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