Ist das gewollt?

Zum Ärger übner einen Bußgeldbescheid:

Die Kommunalhaushalte sind leer. Woher das Geld nehmen, wenn man in Hannover und Berlin an der kurzen Leine geführt wird? Eine lukrative Einnahmequelle sind die Verkehrsblitzer. In der Uelzener Region wurden kürzlich noch mehr aufgestellt, so dass Uelzen zu einer größten

Geldfallen aufgestiegen ist. Aber offensichtlich reicht das nicht. Mit mehr als fragwürdigen Methoden ist die Polizei dazu übergegangen, den Bürgern auch persönlich das Geld abzuzocken. Ich habe das jetzt - fünf Tage vor der Geburt meines Sohnes – bei einem eiligen Transport meiner hochschwangeren Frau erlebt. Auf der Veerßer Straße näherte ich mich in Höhe des Bohldammes einer Verkehrsampel, hinter mir ein zivilgetarnter PKW mit Polizeibesatzung. Kurz bevor die Ampel auf „Gelb“ sprang, hatte ich die Haltelinie erreicht. Ein Bremsen war nicht mehr möglich. Die Polizisten – Mann und Frau – hielten uns bei nächster Gelegenheit. In arroganter und besserwisserischer Art warfen sie mir vor, bei „Rot“ die Ampel passiert zu haben. Als ich diesen Vorwurf entschieden zurückwies, schwenkten sie um und beschuldigten mich, dass ich aber bei „Gelb“ gefahren sei und das eine Strafe von 10 Euro bedeute. Ich räumte zwar ein, dass ich „Gelb“ gesehen hätte, aber das Weiterfahren gerechtfertigt gewesen wäre, weil ich sonst beim Bremsen insbesondere meine hochschwangere Frau gefährdet hätte. Die beiden Uniformierten beeindruckte das nicht, sie beharrten auf ihrem Standpunkt.

Als besonders rücksichtslos empfand ich das Verhalten gegenüber meiner Frau. Mit aufreizendem und zeitunangemessenem Gehabe führten sie Tätigkeiten aus, obwohl ihnen klar war, dass meine Frau in Eile war.

Nach dem Vorfall wandte ich mich an die zuständige Mitarbeiterin der Verkehrsbehörde, die meine Einwände aufgrund meiner Darstellung zunächst als gerechtfertigt ansah. Nach Rücksprache mit den beiden Polizisten änderte sie aber ihre Meinung, angeblich hätte ich mich mit meinen Äußerungen in Widersprüche verwickelt. Kurzum: Polizisten, die hinter einem fahren, maßen sich an zu beurteilen, man habe bei „Rot“ eine Ampel passiert. Als sie merken, dass sie auf dem Holzweg sind, wechselen sie auf die „Gelb-Schiene“. Als auch diese Variante nicht klappt, sollen es Widersprüche sein, die als vermeintliche Beweise herhalten müssen. Reine Willkür finde ich.

Rechnet man die zehn Euro gegen den entstandenen Aufwand an Arbeitszeit der Beamten und der Sachbearbeiterin, dann ist das ganze – selbst für den dümmsten Rechner – ein nachteiliges Verlustgeschäft der Behörden ist, unabhängig davon, ob 10Euro bezahlt werden oder nicht. Und der Vertrauensverlust bei der Polizei? Der zählt offensichtlich nicht, Hauptsache 10€ für die leere Kasse. Ist das gewollt?

Enrico Schülbe,

Stadensen

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