Das Gewissen wieder finden

Zum Artikel „Größer, schöner, aufregender“:

Folgenden pikanten Randaspekt möchte ich in die Debatte zur Seebohn-Straße einwerfen. Die Aussage „[...] 'Happy Seebohm' sei als Titel eben 'des Anglizismus wegen' entstanden [...]“ hat mich dazu bewegt, den Begriff nachzuschlagen.

Das englische Adjektiv „happy“ leitet sich ab von „to hap“ in der Bedeutung, jemandem „chance, good luck“, also viel Glück zu wünschen. „To hap“ geht zurück auf altenglisch „hal“, welches sich aus dem Althochdeutschen „heil“ ableitet.

Möchte man auf den Anglizismus verzichten, könnte man also - sprach-geschichtlich gesehen - auch „Heil Seebohm“ sagen.

Gewiss ist das jetzt konstruiert, aber es hat die Wirkung nicht verfehlt. Der Leser zuckt unweigerlich zusammen, weil Seebohm eben doch ein Nazi war, über den Konrad Adenauer einmal aussprach: „Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, daß dieser Herr wieder Minister im Bundeskabinett wird.“ Es wird Zeit, dass Uelzen sein Gewissen wiederfindet.

Stefan Kuhlmann,

Adendorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare