Das Gewissen der Mehrheit hat obsiegt

Zur Diskussion um das Heimtierkrematorium in Emern:

Als Mitglieder der Bürgerinitiative für ein lebendiges Emern sind am gestrigen Abend 40 Personen erschienen, die aufmerksam die öffentliche Ratssitzung verfolgt haben. Die Teilnahme an der Ratssitzung war sehr groß, ging es doch schlussendlich darum, für Teile von Emern eine Bauleitplanung zu entwickeln, um das bekanntermaßen nicht ins Dorfbild gehörende Krematorium zu verhindern.

Mitglieder der BI richteten in der vorangegangenen Bürgerfragestunde ihre Fragen an den Gemeinderat. Dabei wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass vor dem Hintergrund eines Votums von 577 Unterschriften in der Gemeinde Wieren und einer Ablehnung von 90% der Emerner Bürger gegen das Krematorium das Gewissen eines jeden Einzelnen zum Wohle der Mehrheit der Emerner entscheiden möge und nicht die Interessen einer Handvoll Investoren, die eine für einen Normalverdiener unvorstellbare Summe an EU-Fördergeldern erhalten, um eine Verbrennungsanlage inmitten eines Dorfes zu „investieren“, wo sie nicht hingehört.

Die anschließende kontroverse Diskussion der Ratsmitglieder gewährte dem Beobachter tiefe Einblicke in die Standpunkte einzelner: So gab es Einzelstimmen aus dem Lager der Befürworter, die sich nicht „berufen fühlten und auch nicht zuständig sahen, über die Aufnahme einer Bauleitplanung“ zu entscheiden. Der Wille der Bevölkerung sei hier nachgelagert, die Tatsache der Förderung der Investoren höher zu bewerten.

Gewiss, man kann unterschiedlicher Meinung sein; vom Standpunkt dieses Redners aus betrachtet mag die Meinung ja richtig sein, jedoch wird hier übersehen, dass dieser Standpunkt von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer als falsch angesehen wird.

Es folgte die Vorstellung der angedachten Bauleitplanung, in der Teile der heute als „Fläche für die Landwirtschaft“ ausgewiesenen Flächen in direkter Anlehnung an das derzeit geplante Krematorium als zukünftige Wohnungsbauflächen ausgewiesen werden sollen. Leider stießen diese Planungen bei den Befürwortern des Krematoriums auf Ablehnung, da nach deren Einschätzung hier ohnehin nie gebaut würde.

Diese Einschätzung ist falsch und schädlich. Emern ist innerhalb der vergangenen 30 Jahre stets vergessen worden. Warum sind sämtliche Dörfer der Gemeinde Wieren in der Dorferneuerung, Emern jedoch nicht? Ich habe mehrfach unseren aus Emern stammenden Bürgermeister in der Vergangenheit um Prüfung zur Aufnahme des Ortes in die Dorferneuerung gebeten, schließlich gibt es hier eine Vielzahl von Gebäuden, die nach dem großen Brand 1845 errichtet wurden und eine Sanierung brauchen; passiert ist jedoch nichts. Die jetzt angedachte Bauleitplanung wäre eine Riesenchance für den Ort, sich für die Zukunft durch Ausweisung von Wohnbauflächen aufzustellen, und wir sind sicher, dass entgegen der Meinung einzelner Ratsmitglieder der Krematoriumsbefürworter die Bauplätze auch angenommen werden. Wir haben in Emern eine vorbildliche Dorfgemeinschaft, das war in der Vergangenheit nicht immer so; in den letzten Jahren hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die ihresgleichen sucht.

Die Abstimmung nach der Diskussion der Ratsmitglieder hat mit 7 Für- und 5 Gegenstimmen eine Annahme des Bürgerantrages der BI ergeben. Damit wird die Bauleitplanung in die Wege geleitet.

Wir haben allerhöchsten Respekt für die beiden „Abweichler“ aus dem Lager der „Krematoriumsbefürworter“. Sie und die anderen 5 Ratsmitglieder sind ihrem Gewissen gefolgt und haben zum Wohl vieler Emerner Bürger gestimmt. Das werden wir ihnen nicht vergessen.

Henner und Uta Kopp,

Emern

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