AZ-Leserbrief

Gesundheit wird ignoriert

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Anna-Lena Neumann und Thomas Fölski sorgen sich um die Sicherheit der Kinder an der Jastorfer Schützenstraße, weil die Autos zu schnell unterwegs seien. 

Zum Bericht „Jastorfer fordern Tempo 30“ (AZ vom 1. Dezember) schreibt Hermann Kloch aus Himbergen:

Entgegen der Aussage des Landkreissprechers ist Tempo 30 auf einer Kreisstraße im Ortsbereich sehr wohl möglich. Rechtliche Grundlage ist Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Hier werden streckenbezogene Temporeduzierungen und Tempo-30-Zonen geregelt.

Ziele sind höhere Verkehrssicherheit, Abgas- und Lärmreduzierung sowie eine bessere Wohnqualität. Paragraf 45 erlaubt den Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs zu beschränken oder mit gleichem Recht zur Verhütung außerordentlicher Schäden an der Straße durch zum Beispiel zu schnell fahrende Rübenlaster oder LKW, da Gemeinde für laufende Reparatur und letztlich Anlieger für die Wiederherstellung der Straße zur Kasse gebeten werden, jedoch nicht die Verursacher der Schäden. Außerdem ist die Beschränkung möglich zur Erforschung des Unfallgeschehens, des Verkehrsverhaltens, der Verkehrsabläufe sowie zur Erprobung geplanter verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen.

Wenn sich verantwortlichen Behörden immer gerne so einfach nur allein auf die Verkehrssicherheit zurückziehen, wo unmittelbar Leib und Leben in Gefahr ist, so tritt seit einigen Jahren vermehrt der Gesundheitsschutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen in den Vordergrund, der aber immer geflissentlich ignoriert wird. Auch hier erlaubt §45 ausdrücklich eine Beschränkung des Verkehrs. Die obigen Voraussetzungen scheinen in Jastorf gegeben.

Die Richtlinien der meisten Bundesländer sehen die Einhaltung eines bestimmten Mindestabstands der Geschwindigkeitsmessung zu dem geschwindigkeitsbeschränkenden Verkehrsschild deshalb vor, damit gefährliche Gewaltbremsungen im Bereich dieser Verkehrsschilder verhindert werden. Nur in Ausnahmesituationen, wie an Gefahrenstellen oder nach Geschwindigkeitstrichtern, soll von dieser Vorgabe abgewichen werden. Diese Gefahr von Gewaltbremsungen bei Ortseinfahrten liegt generell nicht vor.

Aber wie sagt man so schön – der Fisch stinkt halt vom Kopf her – manchmal wäre mehr Fachwissen und Motivation hilfreich.

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