Leserbrief

Gesunder Boden als Ziel

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Der Wirkstoff Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln ist vorerst weiter erlaubt, wird aber heiß diskutiert – auch unter der AZ-Leserschaft.

Zu unserer Berichterstattung über den Einsatz von Glyphosat haben uns viele Zuschriften erreicht. Auch Ulrich Schulte aus Altenmedingen hat dazu einen Leserbrief geschrieben:

Den Landwirten und Bauern ist der Boden anvertraut worden, um für uns, über viele Generationen gesunde Lebensmittel zu produzieren. Dazu gehört, dass die Akteure den Boden als lebendiges Gut pflegen und schützen. Doch die mechanistische Sichtweise, die schon seit vielen Jahren in der Landwirtschaft Einzug gehalten hat, verschlechtert schleichend die Fruchtbarkeit des Bodens.

Viele Agrargifte wie auch Glyphosat beeinträchtigen das Ökosystem Boden, was auch wissenschaftlich erwiesen ist. Dieser Weg ist langfristig eine Sackgasse. Die konventionelle Landwirtschaft wird von Akteuren bestimmt, wie der Chemie-Industrie, der Agrar-Industrie und den verquickten politischen Rahmenbedingungen, die einzig ihre Profitgier im Auge haben und die Landwirtschaft nur benutzen.

Es ist natürlich schade, wenn Herr Riggert und Herr Graf aus Bruchtorf zum Sprachrohr von Monsanto werden, einer der umstrittensten Produzenten von Glyphosat und sich dann wundern, dass die Landwirtschaft einen so schlechten Ruf genießt.

Gifte haben auf unseren Böden nichts zu suchen, sie töten Lebewesen. Ich als Imker beobachte schon seit Jahren den Rückgang von Insekten, was sicherlich verschiedene Ursachen hat. Zwei Ursachen kann man der konventionellen Landwirtschaft zuschreiben, der stille Gifttod der Insekten durch Insektizide. Hinzu kommt, die jeden Sommer sichtbare Agrarwüstenlandschaft ohne Blühpflanzen wie Kornblumen in den Feldern. Natürlich würde eine ökologische Landwirtschaft mehr Kosten verursachen, die aus meiner Sicht von der Allgemeinheit getragen werden müsste.

Bessere Preise für nachhaltige Produkte wären das eine. Auf der anderen Seite müssten Gelder für die Pflege der natürlichen Ressourcen, wie Boden, Landschaft und Gewässer den Landwirten im ausreichenden Maß zugutekommen. Ich möchte das sich nachfolgende Generationen weiterhin von gesunden Böden ernähren können, das muss das zentrale Ziel der Landwirtschaft sein.

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