Gerichtsverhandlung zu Café Harder – ein klarer Fall

Leserbrief zum Artikel „Café Harder: War Grabung notwendig?“ über die Verhandlung vor dem Lüneburger Landgericht zur Frage, welche Notwendigkeit bestand, auf dem Areal des früheren Café Harder archäologische Grabungen zu veranlassen, AZ vom 11. September:.

Im Sinne des Gesetzes sind in historischen Innenstädten Bodendenkmäler zu erwarten, ein Umstand, den Investoren in ihren Planungen berücksichtigen müssen.

Wer ein solches Bodendenkmal erwirbt, hat zwei Möglichkeiten. Entweder erhält der Besitzer das Grundstück wie vorgefunden, oder er möchte es bebauen und kommt dann zwangsläufig für die Kosten des Ausgleichs (das bedeutet die Sicherung von möglichen Objekten) auf. Durch diesen Fall könnten nun Privatpersonen verunsichert werden, wenn es um die Meldepflicht archäologischer Funde geht. Einige Leser stellen sich künftig vielleicht sogar die Frage, ob man Zufallsfunde nicht lieber „verschwinden“ lassen sollte.

Die Kosten trägt grundsätzlich der Verursacher und das ist ein wichtiger Punkt, der klargestellt werden sollte. Ein Grundstückseigentümer, auf dessen Besitz zufällig für die Archäologie wertvolle Funde gemacht werden, muss im Falle einer Grabung nicht für die Kosten aufkommen.

Dr. Fred Mahler hat das neue Denkmalschutzgesetz übrigens im Heimatkalender für Stadt und Kreis Uelzen (2013) hinreichend dargestellt. Über Art und Umfang der Sicherung entscheidet dann der zuständige bestellte Archäologe. Dieser handelt im Auftrag des Landes Niedersachsen und hat keine willkürlichen Ermessensspielräume.

So werden nun also wieder Gerichte bemüht, um – meiner Meinung nach – eine rechtsklare Entscheidung zu überprüfen. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob beim Landesamt für Denkmalpflege (als nächsthöhere Dienstaufsicht) Beschwerde eingereicht wurde, bevor nun Gerichte und Gutachter bemüht werden.

Tino Wagner,

Bad Bevensen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare