Leserbrief

Gerade die Ur-Uelzener meckern immer

Unter anderem mit der Situation des Bus- und Schülerverkehrs hatte sich Klaus Hennings in einem Leserbrief kritisch auseinandergesetzt (AZ v. 1. Oktober). Dazu merkt Karl Jongeling, Uelzen, an:

Den Leserbrief habe ich mit Kopfschütteln gelesen. Da scheint jemand Spezialist für das Finden des berühmten Haares in der Suppe zu sein. Auf den Fahrradwegen liegen Scherben. Die Molzener werden diskriminiert, weil der Stadtbus nicht nach dort fährt. Im Bus sehen die Fahrgäste Herrn Hennings nicht freundlich an, und einkaufen kann man in Uelzen gar nicht mehr usw.

Ich habe mich hier immer wohl gefühlt. Wir haben ein wundervolles Umland, saubere Luft, gutes und dazu noch billiges Trinkwasser, und nur in wenigen Städten sind die Immobilienpreise und die Mieten so niedrig wie in Uelzen. Schließlich bieten das Theater an der Ilmenau, die Jabelmannhalle, das Neue Schauspielhaus und Frau Böhms Kino ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Es ist mir aber schon immer aufgefallen, dass die Ur-Uelzener am meisten über ihre Stadt meckern. Anderswo ist angeblich alles besser.

Sehr geehrter Herr Hennings! Von dem französischen König Ludwig XIV stammt bekanntlich der Satz: „Der Staat, das bin ich“. In einer Demokratie sollte jeder Bürger das auch von sich sagen. Warum bücken Sie sich nicht einfach, um eine Scherbe aufzuheben, die Sie zufällig auf dem Fahrradweg finden? So können Sie andere Mitbürger vor Schaden bewahren. Warum aber ziehen Sie nicht in die Großstadt, wo dort doch alles besser ist? Als wir mit den Enkeln in Köln waren, sagte die Älteste: „In Uelzen ist es doch schöner.“ Vielleicht können Sie von einem Kind lernen.

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