Wir sind nicht Hannover - wir wollen Frieden

Leserbrief zu den geplanten Sparmaßnahmen der Stadt Uelzen:

Wenn ein Oberregierungsrat des Niedersächsischen Innenministeriums so massiv die Schließung unserer Grundschulen einfordert und der Erste Stadtrat, Kämmerer und ehemalige Polizist ihn ohne Wenn und Aber darin unterstützt, so drängt sich doch der Gedanke auf, dass beide an großen Brennpunktschulen interessiert sind, die zumindest die Zukunft der Polizei sichern.

Das wachsende Aggressions- und Gewaltpotential bei Kindern und Jugendlichen wird forciert durch hohe Schülerzahlen an mehrzügigen Schulen, die häufig sogar Grundschulen und weiterführende Schulen in einem Gebäudetrakt unterbringen. Steigende Kinder- und Jugendkriminalität sowie Suchtprobleme fordern einen hohen Preis und viele Maßnahmen, um die Symptome zu behandeln.

Die Ursachen schaffen Entscheidungsgremien, die Kinder erst in den Brunnen fallen lassen, um sie dann wieder mühsam auf den Weg zu bringen, den sie nie verlassen wollten. Gerade Grundschüler im Alter von 6 bis 11 Jahren brauchen einen für sie überschaubaren Rahmen, in dem sie für ihr weiteres Leben vorbereitet werden. In unseren kleinen Grundschulen können wir ihnen die Sicherheit und Geborgenheit geben, die sie noch so dringend brauchen, können ihnen Werte vermitteln, die sie für ihre Zukunft prägen.

Kinder müssen erst lernen und sich trauen im entscheidenden Moment "Nein" zu sagen und sind überfordert, wenn sie die Präventionsarbeit aus dem Unterricht bereits fünf Minuten später auf einem überfüllten Schulhof umsetzen müssen. Warum bedenkt diesen Aspektnicht gerade ein ehemaliger Polizistund setzt sich dafür ein, Einzugsgebiete so zu gestalten, dass an allen Grundschulen eine für Kinder erträgliche Schülerzahl unterrichtet werden kann ?

Kurzsichtiges Denken und Sparen am falschen und schwächsten Ende beweist nur, dass Sie, Herr Ottens,und Sie, Herr Markwardt, Ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Wenn wir in einer tragfähigen, friedlichen Stadt oder Gesellschaft im Land Niedersachsen leben wollen, kosten Ihre Entscheidungen uns Steuerzahler wesentlich mehr Geld als Lehrerstellen und die Erhaltung von Schulgebäuden.

Ulrike Sauter,

Uelzen

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