Genauere Erkenntnisse erwünscht

Zum Beitrag „Stunden vor Kriegsende ermordet“ (AZ v. 9. Mai) merkt Dietrich Banse aus Barum an:

In dem Artikel wird über einen Stadtrundgang des Bündnis gegen Rechts berichtet. So sehr solche historischen Rundgänge zu begrüßen sind, so wünscht man sich dann doch von den Verantwortlichen dieser Veranstaltung genauere Kenntnisse von den diesem Rundgang zu Grunde liegenden Ereignissen und Zusammenhängen:

• Hauptmann Marquardt hat „nicht deutsche Truppen am Königsberg“ befehligt, sondern er war Vorgesetzter eines kleinen Trupps von maximal 10 Soldaten, der mit untauglichen Mitteln britische Panzer in der Nähe Hambrocks „bekämpfen“ sollte.

• Herr Schneider war NSDAP-Kreisleiter und bildete zusammen mit einem Major Fronzek ein so genanntes Standgericht, das nach maximal zwei Stunden Herrn Marquardt zum Tod durch Erschießen verurteilte – ein verbrecherisches Vorgehen!

• Der NSDAP-Kreisleiter Schneider hat Herrn Marquardt nicht erschossen, wie fälschlicherweise in der Vorankündigung dieses Stadtrundganges behauptet wurde, sondern der Mensch Marquardt wurde von einem Kommando, bestehend aus mehreren Soldaten, hingerichtet.

• Es ist falsch, wenn behauptet wird, dass es kein Urteil gegeben habe, das zu diesem Mord an dem Menschen Marquardt geführt habe. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ging bei ihrer Vorermittlung gegen Fronzek von einem Urteil aus, was der Beschuldigte Fronzek nie in Abrede stellte, nur das menschenverachtende Urteil lag nicht schriftlich vor.

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