Gemeinsames entdecken

+
Anstatt sich mit Vorurteilen über Flüchtlinge das Leben schwer zu machen, sollte man sich bemühen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, rät AZ-Leserin Monika Hanke.

Monika Hanke aus Bad Bevensen nimmt Stellung zum Leserbrief mit dem Titel „Alles Elend aufnehmen?“ (AZ vom 9. September 2015) von Karl Jongeling aus Uelzen zur Flüchtlingsthematik:

Der Autor dieses Leserbriefes möge bitte im Vorfeld einfach mal besser recherchieren, bevor er seine Thesen veröffentlicht. Niemand verlässt seine Heimat, sein Zuhause und seine Familie ohne Grund. Krieg, Hunger und korrupte politische Systeme zwingen Menschen in eine ungewisse Zukunft. Dabei kommt „das ganze Elend dieser Welt“ noch nicht einmal nach Deutschland, sondern sucht Schutz in den Nachbarländern oder anderen Gebieten im Heimatland.

Natürlich können Flüchtlinge auch nicht in Zelten den Winter überstehen, müssen es in manchen Ländern, in die sie geflohen sind, jedoch. In Deutschland steht noch ausreichend Wohnraum zur Verfügung, auch wenn es im Moment übergangsweise schwierig werden sollte.

Was die UN-Menschenrechtskonvention angeht, so übernimmt jeder Staat, der Mitglied ist, diese automatisch. Was die Einschätzung des Islams eingeht, so möge sich Herr Jongeling doch mal mit Moslems auseinandersetzen. Auch zahlreiche Christen halten ihre Religion für die „vollkommenste Religion“ und lassen es an Respekt gegenüber Andersdenkenden fehlen. Der Koran respektiert die anderen monotheistischen Religionen und es gibt viele Übereinstimmungen, was das Wertesystem angeht.

Es ist Zeit, dass wir diese Gemeinsamkeiten entdecken und uns nicht mit Vorurteilen das Leben in dieser Gesellschaft schwer machen.

Zu dem gleichen Thema und Leserbrief schreibt auch Gabriela Hasselmann aus Uelzen:

Deutschland allein kann es nicht schaffen. Die EU ist in der Pflicht. Kriegsflüchtlingen muss von der gesamten EU und nicht nur Deutschland geholfen werden. Die bisher noch freundliche Stimmung wird kippen, wenn die Politiker jetzt nicht endlich eine einheitliche Regelung für die EU beschließen und diese auch durchsetzen.

Einheitlich sollten vor allem auch die finanziellen und sozialen Leistungen der EU-Länder für die Flüchtlinge sein, damit nicht nur der Anreiz besteht, Deutschland als Ziel der ganzen Welt zu wählen. Wirtschaftsflüchtlingen sollte ohne großen Bürokratismus sofort der Aufenthalt verwehrt werden.

Orientieren wir uns doch bitte an Ländern wie Australien, da kann auch nicht Hans und Franz da stehen und die Hand aufhalten. Wir helfen sehr gerne und voller Menschlichkeit, wir nehmen auf. Aber sorry, liebe Welt, wir schaffen uns dabei selbst nicht ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare