Das Geld floss woanders hin

Zu den Berichten „Überflutungen durch verstopfte Kanäle“ und „Sturzbäche über die Türschwelle“ (AZ, 7. Juli) schreibt Jürgen Hemme aus Bomke:

Durch die Berichte der AZ fühle (nicht nur) ich mich unter Generalverdacht gestellt. Es ist dort von nicht regelmäßig gereinigten Gossen in Bomke die Rede. Sie sind nicht die Kernursache der regelmäßigen Überflutungen in der Ortsmitte und im östlichen Bereich des Ortsteils.

Seit Jahrzehnten sind die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung darauf hingewiesen worden, dass die in den 50er Jahren verlegten Abwasserrohre gereinigt beziehungsweise von Verwurzelungen befreit werden müssen. Immer wieder wurden diese Arbeiten mit dem Hinweis auf nicht vorhandene Mittel nicht in Angriff genommen. In der Folge geht dort im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr (durch).

Als langjähriger Bewohner des Ortsteils habe ich feststellen müssen, dass versprochene Verbesserungen der Infrastruktur und Einsparungen im Haushalt nach jeweiligen Gemeinde- und Gebietsreformen nicht eingetreten sind. Was Wunder? Wer sich jahrzehntelang mit der Ausgestaltung des Thronsaals beschäftigt, kann nicht mehr wissen, wie es in den Hinterhöfen aussieht. Allein für die Gutachten zum Schützenhaus sind Beträge im oberen fünfstelligen Bereich ausgegeben worden. Für den Erhalt der Infrastruktur in den Ortsteilen fehlen dann die Mittel.

Der (immer) noch nicht abgeschlossene Findungsprozess der ehemaligen Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt bindet unnötigerweise Kräfte, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten. Wann und ob diese Gebietsunverträglichkeiten jemals ausgeräumt werden können, steht in den Sternen.

Wenn in der Politik nichts mehr geht, bildet man bekanntermaßen einen Ausschuss. In diesem Zusammenhang empfehle ich die Bildung eines „Historischen Unwissenheitsausschusses“. Dieser könnte sich dann unter anderem auch der ungeklärten Zuständigkeiten annehmen, die laut Bericht der AZ im Zusammenhang mit den Abwasserproblemen an der L 270 in Höhe des Salons Mara immer noch auf eine Lösung warten.

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