Es geht um die Vögel

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Ein Neuntöter klebt an einer Leimrute auf Zypern fest. Die größte Bedrohung für Vögel ist laut AZ-Leserin Gudrun Schmedt nicht das Glyphosat auf den Feldern, sondern der Mensch.

Zu der Debatte rund um den Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft merkt Gudrun Schmedt aus Vinstedt an:

Pflanzenschutzmittel Glyphosat oder der Mensch? Bis heute werden im Süden Europas jedes Jahr Millionen von Zugvögeln erlegt („Der verwüstete Himmel“ von Jonathan Franze, Geo, März 2011). Auf Zypern werden Vögel mit Leimruten gefangen, seltene Würger, Grasmücken, Kuckucke, Pirole, kleine Eulen, Falken, Halsbandschnepper…

Ende April 2010 haben Mitglieder des CABS-Komitees gegen Vogelmord (unter lebensgefährlichen Umständen) gekämpft, sie wurden angegriffen, ausgeraubt und zusammengeschlagen. Sie haben einen Teil der Leimruten runtergeholt und gefangene Vögel freigelassen.

2006 war die Zahl der gejagten Vögel auf etwa eine Million zurückgegangen, aber nach dem Beitritt zu der EU werden in den Restaurants wieder Singvögel angeboten und die Zahl der Fangplätze nimmt zu. Maltas Jäger schießen auf alles, was Flügel hat. Das ganze Jahr. Ohne Rücksicht auf Schonzeiten und rote Listen.

Seltene Steinadler sind besonders begehrt. Die Republik Malta, halb so groß wie der Bodensee, ist das vogelfeindlichste Gebiet ganz Europas. Es gibt 1200 registrierte Vogeljäger. Sie schießen auf Schwärme von Wespenbussarde, auf gefährdete Vogelarten wie Schreiadler und Steppenweihen (für deren Schutz in Europa viel Geld ausgegeben wird). Italien ist für Zugvögel ein unendlich langer Spießrutenlauf. Wilderer in Brescia fangen jährlich eine Million Singvögel. Umbrien, die Heimat des heiligen Franz von Assisi, hat mehr registrierte Jäger pro Kopf der Bevölkerung als jede andere Region.

Weil es in Italien nicht mehr so viele Vögel gibt, wird nun nach Albanien gefahren. (...) Sollten (ernsthafte Vogelschützer) nicht einmal wirklich Vögel schützen, statt auf Landwirte loszugehen, die nur erlaubte Spritzmittel aufbringen? Sonst haben wir bald wirklich keine Vögel mehr zu schützen.

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