Geht es noch dreister?

Fußballspiel in der Unterrichtspause an der Grundschule Veerßen: Alexander Hess erinnert in seinem Leserbrief an das oberste Gebot – den Erhalt von bestehenden Schulen. Foto: Baatani

Zu den AZ-Berichten und Leserbriefen zum Thema „Schließung von Schulen in der Stadt Uelzen und im Landkreis“ schreibt Alexander Hess aus Lehmke:.

Immer mehr Schulen in Stadt sowie Landkreis Uelzen, bei Letzterem insbesondere noch intakte und gut funktionierende Dorfschulen, sollen gemäß der Vorgaben von Politik und Verwaltung im Rahmen der „Entschuldung“ der Stadt Uelzen und einiger Gemeinden aufgrund des mit dem Land Niedersachsen abgeschlossenen „Zukunftsvertrages“ und des in diesem Zusammenhang angeratenen Sparzwanges wegen angeblicher „Unwirtschaftlichkeit“ oder bislang noch nicht bekannt gewesener „Großinvestitionen“ geschlossen werden, womit den betroffenen Schülern, Eltern und Lehrkräften ihre bislang vertraute, als heil und intakt angesehene Schullandschaft – und damit leider auch ein ganz wesentliches Stück ihrer Heimat – genommen werden soll.

Wie all diesen Berichten, Kommentaren und Leserbriefen zu entnehmen ist, soll dieses Spardiktat, wider besserer Argumente aller Betroffenen, mit dem man sie nun aber zu überrumpeln versucht, von Seiten der Politik und den damit betrauten Verwaltungen aber rigoros umgesetzt werden. Und von den Bürgern erwartet man, dass sie diesen Unsinn akzeptieren und die Schulschließung widerspruchs- und widerstandslos hinnehmen, also ohne aufzumucken.

Da fragt man sich als aufgeweckter Bürger doch als erstes: Ja, hallo! – Geht es vielleicht nicht noch ein bisschen dreister? Haben die Damen und Herren unserer „Politiker-Kaste“ da nicht etwas ganz Wesentliches übersehen? – Ja, natürlich! Und zwar einen der obersten Rechtsgrundsätze in unserer Republik: Denn unser föderales System hat es sich als oberstes Gebot auf die Fahne geschrieben, für alle Einwohner in Deutschland möglichst gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen (so zum Beispiel beim Länderfinanzausgleich).

Annähernd gleichwertige Lebensbedingungen bedeuten im Zusammenhang mit den beabsichtigten Schulschließungen zwar nicht, dass im Umkehrschluss alle Schüler, die auf einem Bergbauernhof oder einer ostfriesischen Hallig leben, Anspruch auf eine wohnortnahe Schule haben. Aber dort, wo etwas Gestandenes und Gewachsenes besteht, ist dessen Erhalt dann auch jedenfalls zu fördern.

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