Es geht nur um Geld und Zahlen

Die „Seele“ der Schule und der Kinder scheint hier nicht zu interessieren, vermutet Kirsten Herrmann angesichts einer möglichen Schließung der Grundschule Molzen. Foto: Huchthausen

Mit der Diskussion um eine Schließung der Grundschule Molzen beschäftigt sich Kirsten Herrmann aus Uelzen:.

An alle, die die Schließung der Grundschule Molzen befürworten: Waren Sie schon mal an der Grundschule Molzen? Wenn nicht, dann sehen Sie sie sich doch mal genau an und überdenken noch mal Ihren Vorschlag. Es handelt sich um eine kleine Schule mit einzügigem System, in dem die Klassen aber gut gefüllt und nicht überfüllt sind. Jedes Kind kennt jedes Kind, jede Lehrkraft, jede pädagogische Mitarbeiterin und Schulbegleiterin, ja sogar viele Eltern kennen sich und die Kinder. Es ist eine gute soziale Gemeinschaft mit einem wunderbaren Schulhof, den sich manche vierzügige Schule nur wünschen kann.

Die Schüler fühlen sich hier zuhause und haben die Möglichkeit, in einem gut funktionierenden und überschaubaren System soziale Gemeinschaft zu erproben, Verantwortung zu übernehmen und so nicht nur Mathe, Deutsch und Sachunterricht zu lernen, sondern auch wichtige Grundlagen des Zusammenlebens. Heutzutage wird von Schulen verlangt, ein eigenes Profil zu erstellen, ein Leitbild zu haben und individuell zu sein. All dies hat diese Schule, aber trotzdem ist dies und das pädagogische Konzept bei den Überlegungen der Stadt völlig außen vor. Es geht nur um Geld und Zahlen. Um Kosten, das Gebäude und dessen „Wiederverkaufswert“. Die „Seele“ der Schule und der Kinder scheint hier nicht zu interessieren. Das kann doch nicht sein! Das macht jegliche pädagogische Arbeit und Qualität mit einem Rotstift zunichte.

Der Stadtrat wäre klug beraten, bei seinen Entscheidungen auch das „Innere“ der Schulen und der Kinder zu beachten.

Was den Ganztagschulgedanken betrifft, so wäre es doch für die Schullandschaft von Vorteil, auch kleine Schulen mit Ganztagsangebot zu haben, in denen Kinder ihren Nachmittag – wenn sie schon nicht zuhause sein können – in einem überschaubaren System mit gartenähnlichen Außenanlagen verbringen zu können. So wie dies zurzeit schon bei der Nachmittagsbetreuung möglich ist.

Wenn für Hühner die Boden- und Freilandhaltung gefordert wird, so kann dies für Kinder doch auch erwartet werden.

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