AZ-Leserbrief

Gegen Nazis – jede Geste zählt

Bunter Protest beim Konzert am 3. September in Chemnitz. Das Motto: „Wir sind mehr!“ 

Die Vorgänge in Chemnitz beschäftigen Jahne Kessmann aus Bienenbüttel:

Es ist erschreckend, was in den letzten Tagen in unserem Land passiert. Nazis gehen offen auf die Straße, braune Parolen werden gegrölt, Menschen angegriffen und bedroht. Im Sinne von „wir sind mehr“ finde ich es wichtig, Flagge zu zeigen. Nicht nur auf großen Demos oder im Netz, sondern auch dort, wo man lebt und seinen Alltag verbringt.

Denn auch wenn sich der Gräuel hier noch nicht so offen zeigt – er ist da. Nicht nur, dass Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten diskriminiert werden; wer mit offenen Augen durch seine Umwelt geht, sieht Menschen mit eindeutig rechtsradikalen Botschaften auf T-Shirts und als Tätowierungen. Was als widerliche Provokation gedacht ist, sollte uns eine Warnung sein: Auch vor unserer Haustür wird gehetzt und gehasst!

Wir müssen dagegen aufstehen und eindeutig Position beziehen. Wenn wir wegsehen, machen wir in unseren Reihen Rechtsradikale stärker. Natürlich ist es wunderbar, wenn man sich in Projekten engagiert oder spendet, aber es geht auch in kleinem Rahmen. Jede Geste zählt! Und ich behaupte, dass jeder sich in kleinem Rahmen engagieren kann, wenn er es möchte. Ein Aufkleber im Ladengeschäft oder auf dem Pkw, ein Banner auf der eigenen Internetseite, das Auslegen von Flyern... Es gibt viele Möglichkeiten, Flagge zu zeigen und wir sollten sie nutzen! Es sind nur Kleinigkeiten, aber in der Masse wird deutlich: wir sind bunt. Nicht braun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel