Leserbrief

Gefährlicher Gastank

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Blick aus dem Wohnzimmer: Der Gasspeicher einer Biogasanlage in Grabau beschäftigt Ulfert Zergiebel aus Uelzen.

Zu unserer Berichterstattung über einen neuen, 14 Meter hohen Gasbehälter in Grabau schreibt Ulfert Zergiebel aus Uelzen:

Es stinkt nicht zum Himmel – aber es müsste! Das hochgiftige Methan ist geruchlos und bei einem unkontrollierten Gasaustritt aus der überdimensionierten, doppelwandigen Halbkugel sind sofort einige Menschen tot – und sie haben es gar nicht gemerkt.

Weil es in der Zukunft nicht ohne Biogasanlagen gehen wird – sonst ersticken wir in der Gülle – meint man locker, ihnen im ländlichen Raum ohne großes Tamtam gewisse Vorteile einräumen zu können.

Das kann aber nicht so weit gehen, dass man die Genehmigungsbehörde nach dem Bericht der AZ vom 16. Februar unterschlägt. Diese ist noch immer der Landkreis Uelzen und nicht die Gemeinde Suhlendorf oder das Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg. Da das Genehmigungsverfahren hier so ähnlich abgelaufen sein könnte wie damals in Emern in Sachen Tierkörper-Verbrennungsanlage, wird wohl die eigentliche Zuständigkeit verschwiegen.

Sollte das so sein, stinkt das tatsächlich zum Himmel! Es geht also nicht so sehr um Höhen und Abstände zu Wohngrundstücken, sondern um Gefahrenabwehr! Bei solchen Angelegenheiten steht neben dem Ermessensspielraum auch die Abwägung im Vordergrund, wobei die Betroffenen auch ohne ein Bebauungsplanverfahren nicht ausgeschlossen sein dürfen. Es geht schließlich um ihre Überlebens-Chancen!

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Anmerk. d. Red.: Genehmigungsbehörde war in diesem Fall das Gewerbeaufsichtsamt. Der Landkreis Uelzen hatte lediglich eine bauaufsichtliche Stellungnahme abzugeben.

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