Furcht vor Folgeschäden

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Die gelbliche Blattfärbung auf abgeernteten Feldern ist typisch für glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel. AZ-Leser Heinz Priebe befürchtet irreparable Folgeschäden für die Natur.

Zum Leserbrief von Claus-Philipp Graf (AZ vom 17. Februar) und das Thema „SPD fordert Glyphosat-Verbot“ äußert sich Heinz Priebe aus Bad Bodenteich:

Der reichlich unsachliche Artikel von Herrn Graf über die Unbedenklichkeit von Glyphosat lässt vermuten, dass es mit seiner fachlichen Kompetenz nicht allzu weit her ist. Selbst die Verkäufer der harmlosesten Arzneien weisen auf die Möglichkeit von Nebenwirkungen hin. Herr Graf dagegen scheint (...) eher nur von anderen nachzuplappern, was gerade in sein Weltbild passt. Nur so lässt sich der von ihm gebrauchte Ausdruck „Mob“ für Andersdenkende erklären.

Leider gibt es zu viele Beispiele dafür, dass sich nicht nur einzelne Experten, sondern ganze wissenschaftliche Gremien mit der Beurteilung insbesondere der Langzeitwirkungen chemischer Produkte für Mensch oder Umwelt katastrophal vertan haben. Die gigantische Umweltzerstörung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass es die meisten Menschen wenig schert und, schlimmer noch, manche, die es besser wissen müssten, vieles als unbedenklich propagieren.

Das gilt für eine ganze Reihe chemischer Substanzen, die paradoxerweise dann oft auch noch als „Schutzmittel“ bezeichnet werden. Der Ausdruck „Pestizide“ passt eindeutig besser. Es ist müßig, die ganze Palette der Mittel aufzuzählen, die anfangs als unbedenklich angesehen wurden, ehe sie, besonders nach massenhaftem Einsatz, ihr wahres Wesen zeigten.

Wie auch immer, in meinen Augen zeugt die Bewertung von Herrn Graf (...) von maßloser Naivität. Das sage ich nicht, weil ich von vornherein von einer unmittelbaren Gefahr bei Einsatz von Glyphosat ausgehe, sondern weil ich befürchte, dass seine ausufernde Anwendung zu nicht wieder gutzumachenden Folgeschäden führen könnte.

Möglicherweise bestreitet Herr Graf zum Beispiel auch, dass die Landwirtschaft etwas mit dem erkennbaren Insektensterben zu tun hat, dessen Folgeschäden sich abzuzeichnen beginnen. Was wiederum nicht heißt, dass ich jetzt die Landwirte an den Pranger stellen will. Ich sehe und erkenne die Arbeit und die vielen Probleme, mit denen diese sich herumschlagen müssen.

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