AZ-Leserbrief

Fütterung nur im Winter

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Bienen machen sich über einen Napf mit Zuckerwasser, Orangen und Bananen her – diese Art der „Fütterung“ kritisiert AZ-Leser Eckhard Alvermann. 

Den Beitrag „Hier hat die Natur Vorfahrt“ (AZ v. 14. Juli) kommentiert Eckhard Alvermann, Vorsitzender des Imkervereins Bad Bevensen:

Der Naturgarten von Petra Behn ist lobenswert. Sie hat Nistmöglichkeiten für Schwalben geschaffen, Insektenhotels aufgehängt und Wildblumen ausgesät. Allerdings füttert sie die Vögel auch im Sommer.

Dabei sind dann auch jede Menge junger Zugvögel, die den bequemen Futterplatz gerne annehmen. Leider lernen die Tiere dann nicht, sich nur aus der Natur zu ernähren, was ihnen dann auf der langen Reise in den Süden zum Verhängnis wird. Das ist falsch verstandene Tierliebe. Also Fütterung ja – aber nur im strengen Winter.

Schlimmer ist es noch, Bienen mit aromatisiertem Zuckerwasser zu füttern. Die Honigbiene hat auch in trachtarmer Zeit einen Vorrat angelegt. Jeder Imker achtet darauf, dass seine Bienen im Regelfall nicht hungern müssen. Wer so eine Zuckerwasserschale aufstellt, muss wissen, dass er damit die Räuberei unter den Bienen fördert.

Die Bienen tragen das Zuckerwasser ein und wenn die Schale leer ist, fallen sie über den Futtervorrat kleinerer Völker her, die dann verhungern. Außerdem kommen an solchen Fütterungsstellen Bienen von verschiedenen Völkern so dicht zusammen, dass auch ein Austausch von Parasiten und Krankheiten möglich ist.

Im Übrigen landet das Bananen-Orangen-Zuckerwasser dann im Honig, den der Imker dann vernichten muss.

Frau Behn hätte besser daran getan, sich am Lehrbienenstand über das Leben der Honigbiene zu informieren.

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