Nicht typisch für Uelzen

Leserbrief zur geplanten Frauenstatue in Uelzen

Am prominentesten Platz der Uelzener Innenstadt sollte nicht einfach völlig einfallslos eine Frauenstatue errichtet werden, schreibt Heidelinde Krenauer.
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Am prominentesten Platz der Uelzener Innenstadt sollte nicht einfach völlig einfallslos eine Frauenstatue errichtet werden, schreibt Heidelinde Krenauer.

Zum Artikel „Frauenstatue für Uelzen“ (AZ vom 23. Januar) erreichte uns diese Leser-Zuschrift:

Als gebürtige Uelzenerin, die auch jetzt als Rentnerin noch hier in Uelzen wohnhaft ist, muss ich meinem Unmut endlich einmal Luft verschaffen. Sollten wir in Uelzen wirklich so einfallslos sein und uns mit einer üblichen Frauenstatue für den schönsten und auffälligsten Vorplatz in Uelzens Stadtmitte begnügen? In meiner Kindheit stand hier noch der Verkehrsturm, von dem aus Polizeibeamte den Verkehr regelten.

Es kann doch nicht schwer sein, nach vorhandenen Zeichnungen und Fotos diesen Verkehrsturm, der absolut typisch und als ganz besonders erinnerungsträchtig für unsere kleine Heidestadt zu werten ist, zu entwerfen und an dieser prominenten Stelle, eventuell in einem etwas kleineren Format, als absoluten Hingucker wieder zu errichten. Bereits 2017 wurde doch schon in entsprechender Runde darüber diskutiert. Die Meinungen gingen damals sehr auseinander von „kein glückliches Modell“ beziehungsweise „eine gelungene Symbiose“. Lassen Sie uns einen neuen Versuch starten und entsprechende Entwürfe in Auftrag geben.

Eine Uhlenköperstatue wäre auch noch eine, wenn auch weniger passende Alternative, da wir bereits auf dem Kirchplatz ein wunderschönes Ulenköperdenkmal bewundern können. Eine weitere Überlegung wäre es noch wert, eine Nachbildung des „Goldenen Schiffes“, zum Beispiel in Verbindung mit einem historisch gestalteten Brunnen, zu errichten. Auch das wäre typisch für Uelzen.

Ich bin enttäuscht, dass in unserer schönen Kleinstadt all die alten besonderen Erinnerungen völlig in Vergessenheit geraten. Selbstverständlich bin ich kein Gegner des Modernen, halte aber an stadttypischen Erinnerungen gerne fest. Es drängt sich der Verdacht auf, dass unsere ursprünglichen historischen Werte mit dem nun so mühsam beworbenen Maskottchen „Leu“ völlig in Vergessenheit geraten sind.

Wenn schon eine Frauenstatue, dann doch bitte auf dem Schnellenmarkt, der doch schon zu früheren Zeiten als Handelszentrum erfolgreich genutzt wurde und damit verdientermaßen ebenfalls aufgewertet würde. Heidelinde Krenauer, Uelzen

Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich hierbei Kürzungen jederzeit vor.

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