Flüchtlinge auf eigene Füße stellen

Starthilfe geben, mehr nicht, fordert ein AZ-Leser.
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Starthilfe geben, mehr nicht, fordert ein AZ-Leser.

Mit den Berichten über die Flüchtlingssituation beschäftigt sich Ulfert Zergiebel aus Oldenstadt in seinem Leserbrief.

Deutschland ächzt unter der Last der Zuwanderer. Die meisten kommen hierher, weil Deutschland aus verschiedenen Gründen attraktiv ist. Doch viele sind hier, ohne registriert zu sein, was unsere Politiker in Berlin bemängeln. Sie möchten das Chaos besser kanalisieren, organisieren. Doch zunächst heißen sie alle Zuwanderer willkommen, weil ihnen nach ihrer Ansicht nichts anderes übrig bleibt. Sie wissen aber auch, dass sie nicht alle aufnehmen können, weil das die Kapazitäten übersteigt. Solange aber der Eindruck erweckt wird, die Hilfsbedürftigen ständig ans Händchen nehmen zu müssen, anstatt sie den Kräften des Marktes auszusetzen, hat man sie am Bein – und es kommen weitere.

Den Zuwanderern wird also in Deutschland weitestgehend von unserer Bevölkerung geholfen, was stets eine Selbstverständlichkeit war und weiterhin ist – nicht nur wegen unseres Grundgesetzes. Die deutsche Bevölkerung, die die „Willkommenskultur“ zu schultern hat, hält dem Druck bisher stand. Nur die Politiker in Berlin zanken sich darüber, wie sie die Schlafstätten in „Einrichtungen der Hoffnung“ (camps of hope) nennen wollen, wo sie anzusiedeln sind und ob die Grenzen dicht gemacht werden sollen. Hierdurch entsteht eine lähmende Perspektive, Verunsicherung, Frustration. Die Politiker in Berlin sollten sich zusammenreißen.

Will man der Lösung näher kommen, muss man sich in die Lage der Zuwanderer versetzen. Man würde es selbst begrüßen, wenn man möglichst rasch eine fälschungssichere Aufenthaltsgenehmigung erhielte – allerdings nur für die, die ihre Identität einwandfrei nachweisen können. Mit diesem Ausweis sollten gewisse Freiheiten in Deutschland verbunden sein, um recht bald selbst verantwortlich für Lebensunterhalt und Weiteres zu sorgen. Bis zur Ausstellung dieses Ausweises bedarf es jedoch der Hilfe der Gastgeber für die Primär-Versorgung. Danach wäre ein jeder auf eigene Füße gestellt. Wer die deutsche Sprache und einen Beruf erlernen will, um sich zu integrieren, hat ebensolche Chancen wie Touristen aus aller Welt. Sie können auch nur vorübergehend in Deutschland verweilen, um dann in ein anderes Land ihrer Wahl weiterzureisen oder in ihre Heimat zurückzukehren.

Der offene Markt in unserer freiheitlichen Welt sollte grundsätzlich selbstverständlich auch den Flüchtlingen offen stehen.

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